Nahostkonflikt dämpft globale Wirtschaftsaussichten, warnt den IWF

Der Internationale Währungsfonds warnt, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten neuen Wirtschaftsprognosen zufolge das globale Wirtschaftswachstum deutlich bremsen wird.
Die Weltwirtschaft hat laut neuen Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten einen erheblichen Einbruch erlitten. Der IWF warnte, dass der US-Krieg im Iran die Dynamik der weltweiten Wirtschaftserholung erheblich gestört habe, was zu allgemein gesenkten Wachstumsprognosen geführt habe.
In seinem neuesten Bericht hat der IWF seine globalen Wachstumsaussichten für 2023 drastisch gesenkt und prognostiziert lediglich ein Wachstum von 2,7 % im Vergleich zu seiner vorherigen Schätzung von 3,2 %. Diese Herabstufung spiegelt die Welleneffekte des Nahostkriegs auf Handel, Investitionen und Verbrauchervertrauen auf der ganzen Welt wider.
Der Konflikt hat die Energie- und Rohstoffversorgung unterbrochen, was zu Preisspitzen für Öl, Gas und andere wichtige Ressourcen geführt hat. Dies wiederum hat den Inflationsdruck verstärkt und die Kaufkraft der Verbraucher geschwächt, was die Wirtschaftstätigkeit sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern behindert.
„Der Krieg im Nahen Osten hat die Erholung der Weltwirtschaft von der COVID-19-Pandemie zum Scheitern gebracht“, sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath. „Regierungen und Zentralbanken müssen koordinierte Maßnahmen ergreifen, um den wirtschaftlichen Schaden abzumildern und einen tieferen Abschwung zu verhindern.“
Die Prognosen des IWF zeigen, dass der Krieg unverhältnismäßige Auswirkungen auf Europa hat, wo im Jahr 2023 ein Wachstum von nur 1 % erwartet wird – ein starker Rückgang gegenüber der vorherigen Prognose von 2,8 %. Die starke Abhängigkeit der Region von russischen Energieexporten und die Nähe zur Konfliktzone haben sie besonders anfällig für die wirtschaftlichen Schockwellen gemacht.
Unterdessen wird für die Vereinigten Staaten im Jahr 2023 ein Wachstum von 1,6 % prognostiziert, was einem Rückgang gegenüber der vorherigen Schätzung von 2,3 % entspricht. Für China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, wird eine moderatere Verlangsamung des Wachstums auf 5,2 % erwartet, verglichen mit der früheren Prognose des IWF von 5,6 %.
Der IWF forderte die politischen Entscheidungsträger auf, schnelle und entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts zu bewältigen. Dazu gehören Maßnahmen wie steuerliche Unterstützung für Haushalte und Unternehmen, lockere Geldpolitik und internationale Koordinierung, um den stetigen Fluss wichtiger Ressourcen und Lieferungen sicherzustellen.
„Es steht viel auf dem Spiel und die Weltgemeinschaft muss zusammenarbeiten, um den wirtschaftlichen Schaden abzumildern und eine tiefere, längere Rezession zu verhindern“, schloss Gopinath.
Quelle: The New York Times


