Dem Verteidigungsministerium fehlt ein System zur Verfolgung ziviler Opfer

Eine Studie des britischen Verteidigungsministeriums zeigt, dass es kein formelles System zur Erkennung oder Überwachung ziviler Schäden durch Militäreinsätze gibt, was Bedenken hinsichtlich der Rechenschaftspflicht aufwirft.
Eine umfassende Untersuchung der militärischen Aufsichtsmechanismen des Vereinigten Königreichs hat eine erhebliche Lücke in den Rechenschaftsverfahren aufgedeckt. Das Verteidigungsministerium verfügt über kein formelles System zur systematischen Bewertung, ob britische Militäreinsätze bei bewaffneten Konflikten im Ausland zu zivilen Todesfällen oder Verletzungen geführt haben. Dieses entscheidende Ergebnis geht aus einer internen Studie hervor, die von der Abteilung selbst in Auftrag gegeben wurde und anschließend auf Anfrage einer Menschenrechtsorganisation zur Informationsfreiheit veröffentlicht wurde.
Die Auswirkungen dieser strukturellen Abwesenheit sind tiefgreifend und weitreichend. Ohne eine spezielle Überwachungsinfrastruktur fehlt dem Vereinigten Königreich ein umfassender Mechanismus zur Bewertung der menschlichen Kosten seiner militärischen Interventionen gegen nicht kämpfende Bevölkerungsgruppen. Die Veröffentlichung der Studie stellt einen Wendepunkt in der laufenden Debatte über militärische Rechenschaftspflicht, Transparenz und die Einhaltung der Standards des humanitären Völkerrechts dar, die bewaffnete Konflikte regeln.
Den Ergebnissen des Berichts zufolge verfügt das Verteidigungsministerium über kein zentrales Register, das sich der Dokumentation von Zivilverletzungsvorfällen oder damit zusammenhängenden Vorwürfen widmet. Dieses Fehlen ist besonders auffällig, wenn man bedenkt, dass die internationale Gemeinschaft weithin anerkannt ist, dass es bei modernen Militäroperationen mit tragischer Regelmäßigkeit zu zivilen Opfern kommt. Das Fehlen einer zentralisierten Dokumentation macht es praktisch unmöglich, umfassende Aufzeichnungen zu führen oder aussagekräftige Muster bezüglich der Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung zu erstellen.
Quelle: The Guardian


