Frischgebackener Vater nach Bhutan abgeschoben beobachtet Baby per Telefon

Mohan Karki, der von der ICE in ein Land abgeschoben wurde, in dem seine Familie verbannt wurde, nimmt über Videoanrufe Kontakt zu seiner sieben Monate alten Tochter auf, während er sich in Südasien versteckt.
Die moderne Tragödie der Einwanderungskontrolle spielt sich in unzähligen Häusern in ganz Amerika ab, aber nur wenige Geschichten erfassen den menschlichen Preis so eindringlich wie die von Mohan Karki. Dieser frischgebackene Vater repräsentiert eine wachsende Gruppe von Personen, die im komplexen Netz der US-Abschiebepolitik gefangen sind – Menschen, die in Länder abgeschoben werden, in denen sie nur minimale Verbindungen haben, und Familien und Leben zurücklassen, die sie sich über Jahrzehnte aufgebaut haben.
In einem schwach beleuchteten Raum, Tausende von Kilometern entfernt, wiegt Tika Basnet ihre sieben Monate alte Tochter Briana, während sie auf den beleuchteten Bildschirm ihres iPhones starrt. Die traditionelle rote Tika, die ihre Stirn schmückt, dient als kulturelle Brücke zwischen ihrer aktuellen Realität in Amerika und dem Erbe, das für ihre Familie mittlerweile sowohl ein Segen als auch ein Fluch ist. Der sanfte, unregelmäßige Atem ihrer kleinen Tochter ist das einzige Geräusch in einem ansonsten stillen Zuhause, das von Abwesenheit widerhallt.
Auf der anderen Seite der digitalen Kluft, fast 9.000 Meilen entfernt in Südasien, beginnt für Mohan Karki ein weiterer Tag im Exil. Der Mann, der als frischgebackener Elternteil eigentlich Windeln wechseln und schlaflose Nächte erleben sollte, findet sich stattdessen im Verborgenen wieder, sein genauer Aufenthaltsort wird zu seinem eigenen Schutz geheim gehalten. Die ICE-Abschiebung, die ihn von seiner Familie trennte, hat ihn in ein Schattendasein gezwungen, in dem pixelige Videoanrufe seine einzige Verbindung zu der Tochter darstellen, die er nie in den Armen halten konnte.
Karkis Situation ist ein Beispiel für einen beunruhigenden Trend in der amerikanischen Einwanderungspolitik – die Abschiebung von Personen in Länder, zu denen sie kaum eine sinnvolle Verbindung haben. Die Geschichte seiner Familie mit Bhutan ist geprägt von Verfolgung und Exil, weshalb seine erzwungene Rückkehr dorthin nicht nur eine Trennung von seiner amerikanischen Familie bedeutet, sondern eine grausame Ironie, die ihn in genau die Nation versetzt, die sein Volk ursprünglich abgelehnt hat.
Quelle: The Guardian


