New York verklagt Valve wegen angeblich illegalen Glücksspiels mit Lootboxen

Der Staat New York hat eine Klage gegen Valve eingereicht und behauptet, das Lootbox-System des Unternehmens stelle illegales Glücksspiel dar. Aber wird der Fall des Staates vor Gericht Bestand haben?
Valve, der Gaming-Riese hinter beliebten Titeln wie Counter-Strike und Dota 2, steht vor einer Klage des Staates New York wegen seines In-Game-Lootbox-Systems. Der Staat behauptet, dass Valves Lootbox-Verkäufe, bei denen den Spielern zufällige digitale Gegenstände zur Verfügung gestellt werden, eine illegale Glücksspiel-Operation im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar darstellen.
Während Valve-Fans schon lange über den Übergang des Unternehmens vom Spielehersteller zum digitalen Marktplatz für Hut- und Messerfarben scherzen, stellt diese Klage eine ernsthafte rechtliche Herausforderung dar. Anwälte, die den Fall untersucht haben, sagen, dass der Staat vor einem harten Kampf steht, wenn es darum geht, die Gerichte davon zu überzeugen, dass Valves Lootbox-System rechtlich ein Glücksspiel darstellt. Es gibt jedoch einige Schlüsselelemente des Falles, die Valve für die Argumente des Staates angreifbar machen könnten.
Glücksspiel definieren
Damit ein Spiel in den meisten Gerichtsbarkeiten als Glücksspiel gilt, muss es einen dreiteiligen Test bestehen: Spieler müssen Geld bezahlen (1) für ein zufälliges Ergebnis (2) in der Hoffnung, etwas Wertvolles zu erhalten (3). Der Kauf eines Schlüssels für eine Beutebox in einem Valve-Spiel erfüllt problemlos die ersten beiden Kriterien, aber die Klage des Staates wird wahrscheinlich davon abhängen, ob die zufälligen kosmetischen Gegenstände, die Spieler erhalten, „etwas Wertvolles“ darstellen.
Anwälte argumentieren, dass der Staat nachweisen muss, dass die digitalen Gegenstände außerhalb des Spiels selbst einen klaren, nachweisbaren Geldwert haben. Dies könnte eine schwierige Hürde sein, da Valve in der Vergangenheit behauptet hat, dass seine In-Game-Gegenstände keinen realen Wert haben. Allerdings könnten der aktive Sekundärmarkt für diese Artikel sowie Valves eigene Handels- und Verkaufsrichtlinien dieses Argument untergraben.
Potenzielle Schwachstellen von Valve
Ein Bereich, in dem Valve angreifbar sein könnte, sind die eigenen Aussagen und Handlungen des Unternehmens rund um sein Lootbox-System. Valve hat bereits zuvor den glücksspielähnlichen Charakter von Lootboxen anerkannt, wobei Gabe Newell, Mitbegründer von Valve, sagte, das Unternehmen sei „immer [..] besorgt über das Glücksspiel von Minderjährigen“. Darüber hinaus hat Valve Schritte unternommen, um den Verkauf von Lootboxen in bestimmten Ländern einzuschränken, was darauf hindeutet, dass man sich möglicher rechtlicher Probleme bewusst ist.
Darüber hinaus können die Richtlinien von Valve zum Handel und Verkauf von In-Game-Gegenständen auch das Argument untergraben, dass diese Gegenstände keinen realen Wert haben. Der firmeneigene Marktplatz, auf dem Spieler diese Gegenstände gegen Bargeld kaufen und verkaufen können, könnte als Beweis dafür gewertet werden, dass die Gegenstände tatsächlich einen nachweisbaren Geldwert haben.
Während der Staat New York in diesem Fall vor einem harten Kampf steht, könnten Valves eigene Handlungen und Aussagen zu Beutekisten Möglichkeiten für die Rechtsabteilung des Staates eröffnen. Der Ausgang dieses Falles könnte erhebliche Auswirkungen auf die Gaming-Branche und die Zukunft von Lootboxen als Geschäftsmodell haben.

Quelle: Ars Technica


