Hinrichtungen in Nordkorea nehmen während der Covid-Isolation zu

Der Bericht zeigt einen dramatischen Anstieg der Hinrichtungen in Nordkorea um 117 % nach der Grenzschließung im Jahr 2020, da das Regime die Pandemie-Isolation nutzte, um die Tötungen der internationalen Kontrolle zu entziehen.
Eine umfassende Untersuchung Nordkoreas Hinrichtungen hat ein erschreckendes Muster zunehmender staatlicher Tötungen während der Covid-19-Pandemie ergeben, als sich das isolierte Land vom Rest der Welt abschottete. Laut einem detaillierten Bericht über 13 Jahre Todesstrafe unter Machthaber Kim Jong-un nutzte das Regime die eingeschränkte globale Kontrolle aus, um die Anwendung der Todesstrafe gegen seine eigenen Bürger dramatisch zu verschärfen. Die Ergebnisse zeichnen ein beunruhigendes Bild davon, wie autoritäre Regime internationale Krisen ausnutzen, um Menschenrechtsverletzungen zu verschärfen, ohne Angst vor externer Intervention oder Rechenschaftspflicht zu haben.
Der von der Transitional Justice Working Group (TJWG), einer in Seoul ansässigen Menschenrechtsorganisation, die sich der Dokumentation von Missbräuchen in Nordkorea widmet, erstellte Bericht stellt eine der umfassendsten Analysen der Todesstrafe in dem verschwiegenen Land dar. Die von TJWG-Forschern zusammengestellten Daten verfolgten dokumentierte Fälle von Hinrichtungen und Todesurteilen über einen Zeitraum von 13 Jahren unter dem Regime von Kim Jong-un und lieferten beispiellose Einblicke in den Verlauf staatlich sanktionierter Tötungen. Durch den Vergleich der Hinrichtungsraten vor und nach der Grenzschließung Nordkoreas im Januar 2020 konnten Forscher einen beunruhigenden Trend identifizieren, der genau mit der pandemiebedingten Isolation des Landes von der internationalen Gemeinschaft zusammenfiel.
Die statistischen Ergebnisse sind klar und eindeutig: Die Zahl der dokumentierten Hinrichtungsfälle und Todesurteile stieg in den fast fünf Jahren nach der Grenzschließung Nordkoreas Anfang 2020 um 117 %, verglichen mit einem entsprechenden Fünfjahreszeitraum vor der Abriegelung der Grenzen. Diese mehr als Verdoppelung der dokumentierten Todesstrafenfälle deutet auf eine bewusste Eskalation der staatlichen Gewalt und außergerichtlicher Tötungen durch das Regime hin. Der Zeitpunkt dieses Anstiegs ist besonders bedeutsam, da er direkt mit einer Zeit zusammenfällt, in der sich die Aufmerksamkeit der internationalen Medien fast ausschließlich auf die globale Pandemie konzentrierte und viele Länder aufgrund von Reisebeschränkungen und Gesundheitsbedenken das diplomatische Engagement mit Nordkorea reduzierten.


