Ölpest bedroht Irans unberührte Insel Shidvar

Verifiziertes Filmmaterial zeigt, wie Öl die Küste der Insel Shidvar bedeckt, während Rauch aus der nahegelegenen Lavan-Raffinerie aufsteigt. Umweltschäden im Persischen Golf bewertet.
Ein schwerwiegender Ölunfall hat eine der ökologisch sensibelsten Küstenregionen Irans getroffen. Verifiziertes Filmmaterial dokumentiert die Umweltschäden, die sich über die Insel Shidvar im Persischen Golf ausbreiten. Der Ölteppich hat die unberührte Küste der Insel sichtbar bedeckt und markiert eine weitere Umweltkrise in einer der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Von großen internationalen Nachrichtenagenturen beschaffte und authentifizierte Videobeweise spiegeln die krasse Realität der Kontamination wider und zeigen dunkle Rohölstreifen über zuvor unberührte Sandstrände und Felsvorsprünge.
Die Quelle der Ölverschmutzung scheint mit dem Betrieb der Lavan-Raffinerie in der Ferne der Insel Shidvar in Zusammenhang zu stehen. Auf den verifizierten Aufnahmen sind dichte Rauchwolken zu sehen, die aus der Raffinerieanlage aufsteigen, was auf einen möglichen Geräteausfall oder ein Betriebsunglück im Erdölverarbeitungskomplex hindeutet. Die Lavan-Raffinerie ist eine von mehreren großen Ölverarbeitungsanlagen im iranischen Offshore-Betrieb, und jede Fehlfunktion in solchen Anlagen kann schnell zu Folgen für die Umwelt in der gesamten Region des Persischen Golfs führen.
Die Insel Shidvar ist zwar geografisch klein, hat aber einen erheblichen ökologischen und wirtschaftlichen Wert für den Iran und das Ökosystem des Persischen Golfs im weiteren Sinne. Die Insel dient als Lebensraum für verschiedene Meeresarten und Seevögel, von denen viele jetzt durch den sich ausbreitenden Ölteppich gefährdet sind. Der makellose Zustand der Insel hat sie zu einem wichtigen Überwachungspunkt für Umweltwissenschaftler gemacht, die die ökologische Gesundheit des Persischen Golfs untersuchen. Die Ankunft von Rohöl an seinen Küsten stellt eine besorgniserregende Entwicklung für die Umweltschutzbemühungen in der Region dar.
Quelle: The New York Times


