Ölprobleme treffen Asien vor dem Hintergrund der weltweiten Treibstoffknappheit

Der Iran-Ukraine-Krieg hat die Ölflüsse unterbrochen und zu Treibstoffknappheit in ganz Asien geführt. Experten warnen, dass dies den Beginn einer umfassenderen globalen Energiekrise signalisieren könnte.
Während die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen wegen des Krieges in der Ukraine eskalieren, befindet sich Asien im Epizentrum einer sich zusammenbrauenden globalen Energiekrise. Die Unterbrechungen der Ölflüsse haben die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt am härtesten getroffen, wobei sich die Treibstoffknappheit auf die gesamte Region ausweitet und die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie zu gefährden droht.
Asiens Verwundbarkeit offengelegt
Die asiatischen Länder sind stark von importiertem Öl und Gas abhängig und haben die Hauptlast der durch die geopolitischen Turbulenzen verursachten Unterbrechungen der Lieferkette getragen. In Ländern wie Indien, Pakistan und Bangladesch sind die Kraftstoffpreise in die Höhe geschossen und Autofahrer stehen stundenlang an den Zapfsäulen, während Raffinerien Schwierigkeiten haben, mit der Nachfrage Schritt zu halten.

„Asien ist der Ausgangspunkt für diese Energiekrise“, sagte Michal Meidan, Direktor des China Energy Program am Oxford Institute for Energy Studien. „Diese Länder sind am anfälligsten, weil sie nur über begrenzte strategische Reserven und Verhandlungsmacht verfügen.“
Die Situation wurde durch die jüngste Entscheidung der OPEC+, die Ölproduktion nur geringfügig zu steigern, verschärft, so dass das weltweite Angebot Schwierigkeiten hat, mit der sich erholenden Nachfrage Schritt zu halten. Dies hat die asiatischen Regierungen gezwungen, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, von der Rationierung von Treibstoff bis zur Erschließung strategischer Reserven.
Auswirkungen auf der ganzen Welt
Experten warnen, dass die Energiekrise in Asien ein Vorbote einer umfassenderen globalen Krise sein könnte. Da Asien das Produktionszentrum der Welt ist, besteht die Gefahr, dass sich Störungen bei der Versorgung mit Industrie- und Transportkraftstoffen auf die globalen Lieferketten auswirken und die Produktion und Lieferung von Waren weltweit beeinträchtigen.
„Was wir in Asien sehen, ist eine Vorschau darauf, was weltweit passieren könnte, wenn sich diese Energiekrise verschärft“, sagte Tilak Doshi, Energieökonom an der Nanyang Technological University in Singapur. „Die Dominosteine beginnen zu fallen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Auswirkungen überall zu spüren sind.“
Regierungen und politische Entscheidungsträger bemühen sich um Lösungen, von der Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien bis hin zur Erforschung alternativer Kraftstoffquellen. Doch da die geopolitischen Spannungen keine Anzeichen einer Entspannung zeigen, scheint der weitere Weg für die Weltwirtschaft steinig zu sein.
Quelle: Al Jazeera


