Ein Drittel der Briten berichten von einem sozialen Klassenwechsel

Umfrage zeigt, dass sich 6 Millionen Briten als „Polyclass“ bezeichnen und mehreren sozialen Kategorien angehören. Die Stabilität der Arbeiterklasse steht im Gegensatz zur Mobilität der Oberschicht.
Eine umfassende neue Umfrage hat einen bemerkenswerten Wandel in der Art und Weise aufgedeckt, wie die Briten ihren Platz in der sozialen Hierarchie wahrnehmen, und überraschende Erkenntnisse über Klassenmobilität und Identität im gesamten Vereinigten Königreich gewonnen. Die Untersuchung zeigt, dass mehr als ein Drittel der Briten glauben, im Laufe ihres Lebens einen Wandel in der sozialen Klasse erlebt zu haben, was traditionelle Annahmen über die Starrheit der Klassenstrukturen im modernen Großbritannien in Frage stellt. Dieser beträchtliche Anteil deutet darauf hin, dass Klassenmobilität häufiger vorkommt als bisher angenommen, obwohl das Bewegungsmuster stark variiert, je nachdem, wo die einzelnen Personen auf der sozialen Leiter angefangen haben.
Die vom Forschungsunternehmen Attest durchgeführte Umfrage führt das Konzept der „Polyklasse“ ein, um etwa 6 Millionen Briten zu beschreiben, die sich gleichzeitig mehr als einer sozialen Kategorie zugehörig fühlen. Dieses aufkommende Phänomen spiegelt die komplexe Natur der modernen Identität wider, bei der sich Einzelpersonen aufgrund ihrer Ausbildung, Karriere, ihres Einkommens, ihrer Lebensstilwahl und ihrer kulturellen Zugehörigkeit möglicherweise mehreren Klassenpositionen verbunden fühlen. Der Begriff „Polyklasse“ spiegelt eine wachsende Realität wider, die dem traditionellen binären Verständnis der britischen Gesellschaft widerspricht, in der Menschen einst sauber in klare Kategorien eingeteilt wurden, hauptsächlich basierend auf ihrem Beruf und ihrem familiären Hintergrund.
Vielleicht am aufschlussreichsten ist der starke Kontrast zwischen verschiedenen sozialen Gruppen in ihrer Wahrnehmung des Klassenwandels. Individuen der oberen Mittel- und Oberschicht weisen die höchste Wahrscheinlichkeit auf, sich mehr als einer sozialen Klasse zuzuordnen, was ihr oft komplexes Verhältnis zur Klassenidentität widerspiegelt. Diese Gruppen, die häufig durch einen kosmopolitischen Lebensstil, unterschiedliche Berufserfahrungen und kulturelle Einflüsse gekennzeichnet sind, scheinen sich relativ leicht mit mehreren Klassenidentitäten zurechtzufinden. Ihre Bereitschaft, eine Polyklassenidentität anzunehmen, kann auf ihren Bildungshintergrund, ihre berufliche Mobilität und ihren Zugang zu kulturellem Kapital zurückzuführen sein, das über traditionelle Klassengrenzen hinausgeht.


