Palantirs NHS-Vertrag gibt Anlass zur Sorge über Machtmissbrauch

Die Wohltätigkeitsorganisation für Gesundheitsgerechtigkeit warnt davor, dass die Möglichkeit des Datenaustauschs eine britische Version der US-Einwanderungsrazzien unter dem Deckmantel der von Palantir betriebenen NHS Federated Data Platform ermöglichen könnte.
Palantirs 330-Millionen-Pfund-Vertrag mit NHS England über die Bereitstellung der Federated Data Platform hat bei Gesundheitsverantwortlichen Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit eines Machtmissbrauchs durch die Regierung geweckt. Medact, eine Wohltätigkeitsorganisation für Gesundheitsgerechtigkeit, warnt davor, dass die Datenaustauschfunktionen der Plattform für eine britische Version von US-Einwanderungsrazzien genutzt werden könnten.
Das von Peter Thiel und Alex Karp gegründete Datenanalyseunternehmen Palantir Technologies erhielt 2023 den lukrativen Auftrag, die Technologieinfrastruktur für ehrgeizige Mitarbeiter des NHS bereitzustellen Datenintegrationsprojekt. Allerdings argumentiert Medact, dass dies die Tür für einen Datenaustausch im Stil von „Big Brother“ öffnet, der von der Regierung für schändliche Zwecke ausgenutzt werden könnte.

Die Federated Data Platform zielt darauf ab, Daten aus verschiedenen NHS-Quellen sicher zu integrieren und zu analysieren, mit dem Ziel, die Patientenergebnisse zu verbessern und Gesundheitsabläufe zu rationalisieren. Medact warnt jedoch davor, dass das Datenaustauschpotenzial der Plattform von der Regierung genutzt werden könnte, ähnlich wie US-Einwanderungsbehörden Daten für gezielte Razzien und Abschiebungen genutzt haben.
Diese Sorge ist besonders relevant im Zusammenhang mit den politischen Vorschlägen der Reform UK-Partei, die Maßnahmen beinhalten, die an den US-Ansatz zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen erinnern. Medact befürchtet, dass die Kombination aus dem Palantir-Vertrag und der Reform-UK-Agenda zu einer Situation führen könnte, in der die Regierung ihre Macht missbraucht und die Privatsphäre und bürgerlichen Freiheiten schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen gefährdet.

Die Federated Data Platform soll den Datenaustausch und die Zusammenarbeit im gesamten NHS erleichtern, mit dem Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und Innovationen voranzutreiben. Medact argumentiert jedoch, dass dieselbe Technologie dazu genutzt werden könnte, bestimmte Gruppen ins Visier zu nehmen und an den Rand zu drängen, wodurch die Grundsätze der allgemeinen Gesundheitsversorgung und des gleichberechtigten Zugangs untergraben würden.
Da der NHS weiterhin die digitale Transformation vorantreibt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass robuste Schutzmaßnahmen und Aufsichtsmechanismen eingerichtet werden, um die verantwortungsvolle und ethische Nutzung von Daten sicherzustellen. Medact und andere zivilgesellschaftliche Organisationen werden die Entwicklung und Umsetzung der Federated Data Platform wahrscheinlich weiterhin genau beobachten, um sicherzustellen, dass sie nicht zu einem Instrument für Regierungsübergriffe und Machtmissbrauch wird.


