Palästina-Aktionsverbot löst „Kultur der Angst“ aus

Das britische Berufungsgericht prüft, ob das Verbot der Palestine Action das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt, während der Innenminister das Urteil des Obersten Gerichtshofs anfechtet.
Der Rechtsstreit um das Verbot von Palestine Action hat vor den Berufungsgerichten des Vereinigten Königreichs einen kritischen Punkt erreicht, da die Richter überzeugende Argumente zu den Auswirkungen auf die bürgerlichen Freiheiten und die Meinungsfreiheit hörten. Im Mittelpunkt des Falles steht die Frage, ob das Verbot der Protestgruppe durch die Regierung eine rechtswidrige Einschränkung grundlegender demokratischer Rechte oder eine notwendige Sicherheitsmaßnahme darstellt. Dieser bahnbrechende Fall hat große Aufmerksamkeit von Bürgerrechtsaktivisten, Rechtsexperten und Aktivisten im gesamten Vereinigten Königreich auf sich gezogen, die ihn als Anhaltspunkt dafür betrachten, wie Aktivistengruppen nach britischem Recht behandelt werden.
Der Oberste Gerichtshof traf im Februar eine bahnbrechende Entscheidung, als er entschied, dass das Verbot von Palestine Action rechtswidrig sei. Dies war das erste Mal, dass eine direkte Aktionsprotestgruppe im Vereinigten Königreich einem solchen Verbot unterworfen wurde. Das Gericht befand, dass das Verbot einen „sehr erheblichen Eingriff“ in die im britischen Rechtsrahmen und im internationalen Menschenrechtsgesetz garantierten Grundrechte darstelle. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass die Regierung die Sicherheitsbedenken nicht ausreichend gegen die Notwendigkeit des Schutzes der Meinungs- und Versammlungsfreiheit abgewogen hatte, Rechte, die Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft sind.
Innenministerin Shabana Mahmood focht diese Entscheidung des Obersten Gerichtshofs nun energisch vor dem Berufungsgericht an und argumentiert, dass das Verbot gerechtfertigt und im Einklang mit ordnungsgemäßen rechtlichen Verfahren erfolgt sei. Die Regierung behauptet, dass die Taktiken von Palestine Action, zu denen Störungen an Produktionsstandorten und andere direkte Aktionsproteste gehörten, ein ausreichendes Risiko darstellten, um das Verbot zu rechtfertigen. Mahmoods Berufung stellt den Versuch der Regierung dar, das Urteil vom Februar aufzuheben und das Verbot wiederherzustellen, das derzeit während der Berufungszeit in Kraft bleibt.
Quelle: The Guardian


