Petras Touristenkrise: Kriegsängste zerstören Jordaniens antikes Wunder

Die Spannungen im Nahen Osten beeinträchtigen den Tourismus in Petra, da der Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran Jordaniens berühmtes UNESCO-Weltkulturerbe zerstört und die Lebensgrundlagen und das kulturelle Erbe der Einheimischen bedroht.
In der antiken Stadt Petra, einem der bedeutendsten archäologischen Schätze der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe, herrscht jetzt unheimliche Stille, da der Tourismus in Jordanien aufgrund der eskalierenden regionalen Spannungen eingebrochen ist. Was eigentlich der Höhepunkt der Touristensaison sein sollte, ist für Tausende von Jordaniern, die auf Besucher dieses in die Wüstenberge gehauenen rosafarbenen Wunders angewiesen sind, zu einer Zeit wirtschaftlicher Not geworden. Der Nahost-Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hat eine abschreckende Wirkung auf den internationalen Reiseverkehr und hat dazu geführt, dass die archäologische Stätte, die einst Besucher aus der ganzen Welt anzog, heute von leeren Wegen und stillen Straßen heimgesucht wird.
Der Zusammenbruch des Tourismus ist weit mehr als nur leere Hotelzimmer und verlassene Reisebusse. Für die Gemeinden rund um Petra bedeutet dieser Abschwung einen wirtschaftlichen Notfall, der die Lebensgrundlagen und den Lebensunterhalt der Familien gefährdet. Hotelbesitzer, Reiseleiter, Restaurantbetreiber und unzählige Kleinunternehmer, die ihr wirtschaftliches Leben darauf ausgerichtet haben, die Millionen internationaler Reisender zu bedienen, die normalerweise jedes Jahr Petra besuchen, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Lokale Händler, die mit der Erwartung stabiler saisonaler Einnahmen in ihre Geschäfte investiert haben, haben jetzt Schwierigkeiten, die Betriebskosten zu decken, während die Einnahmen drastisch zurückgegangen sind. Einige berichten von einem Besucherrückgang von über siebzig Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.
Der Tourismusrückgang in Petra ist besonders schwerwiegend, da die archäologische Stätte als wichtigster Wirtschaftsmotor für die umliegenden Regionen im Süden Jordaniens dient. Im Gegensatz zu größeren, stärker diversifizierten Volkswirtschaften mangelt es diesen Gemeinden an alternativen Industrien, um den Schock eines derart dramatischen Tourismusverlusts aufzufangen. Die Auswirkungen erstrecken sich auf die gesamte lokale Wirtschaft und betreffen Zulieferer, Transportdienste und sogar landwirtschaftliche Betriebe, die traditionell auf das Gastgewerbe spezialisiert sind. Familien, die seit Generationen im Tourismus tätig sind, stehen nun vor der schwierigen Entscheidung, ob sie in ihren Gemeinden bleiben oder woanders Arbeit suchen.
Quelle: Al Jazeera


