Telefonverbote in Schulen zeigen minimale Auswirkungen auf das Lernen

Eine große US-Studie stellt Telefonbeschränkungen in Schulen in Frage und findet kaum Belege dafür, dass sie die Ergebnisse der Schüler verbessern, den Schulbesuch verbessern oder Mobbing reduzieren.
Eine umfassende Forschungsinitiative führender amerikanischer Universitäten hat erhebliche Fragen zur Wirksamkeit strenger Mobiltelefonverbote in Schulen aufgeworfen. Die Studie, die fast 1.800 Bildungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Umsetzung strenger Einschränkungen bei der Gerätenutzung durch Schüler „nahezu null“ messbare Auswirkungen auf die akademische Leistung und das Wohlergehen der Schüler hat. Diese überraschende Schlussfolgerung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da politische Entscheidungsträger in England und anderen Ländern aktiv darüber nachdenken, ob sie ähnliche Telefonverbotsrichtlinien in ihren Bildungssystemen einführen sollen.
Forscher renommierter Institutionen wie der Stanford University und der Duke University führten eine umfassende Analyse von Schulen durch, die die strengsten Ansätze zur Telefonverwaltung eingeführt hatten, insbesondere solche, die von den Schülern verlangten, ihre Geräte während der Schulzeit in verschlossenen Taschen aufzubewahren. Die Untersuchung verglich die Ergebnisse zwischen diesen eingeschränkten Umgebungen und vergleichbaren Schulen ohne formelle Telefonverbote und untersuchte eine Reihe wichtiger pädagogischer und sozialer Kennzahlen. Die Forscher entdeckten praktisch keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Lernergebnissen der Schüler, dem akademischen Leistungsniveau oder den Verhaltensverbesserungen zwischen den beiden Schulgruppen.
Die Implikationen dieser Ergebnisse gehen über einfache akademische Messgrößen hinaus. In der Studie wurde speziell untersucht, ob Telefonbeschränkungen in der Schule zu messbaren Verbesserungen der Anwesenheitsquoten der Schüler führten, was seit langem ein Problem für Pädagogen und Administratoren darstellt. Überraschenderweise zeigten die Daten keinen sinnvollen Zusammenhang zwischen der Umsetzung des Telefonverbots und verbesserten Anwesenheitsmustern. Darüber hinaus wurde in der Studie untersucht, ob die Reduzierung des Zugangs zu Mobiltelefonen die Zahl der Online-Mobbing- und Cybermobbing-Vorfälle unter Studenten verringern würde, wie viele Befürworter von Telefonverboten vermutet hatten.


