Papst ernennt ehemaligen Einwanderer ohne Papiere zum Bischof von West Virginia

Papst Leo
Papst Leo XIV. hat eine bahnbrechende kirchliche Entscheidung getroffen, indem er einen Mann mit einer bemerkenswerten persönlichen Geschichte zum neuen Bischof von West Virginia ernannt hat. Bischof Evelio Menjivar-Ayala, 55, der zuvor als Weihbischof in Washington, D.C. tätig war, wurde nach dem genehmigten Rücktritt von Bischof Mark E. Brennan zum Leiter der Diözese Wheeling-Charleston ausgewählt. Diese Ernennung ist von großer symbolischer Bedeutung, insbesondere angesichts der lautstarken Kritik des Papstes an der restriktiven Einwanderungspolitik und seines konsequenten Eintretens für die Rechte von Migranten während seines gesamten Papsttums.
Menjivar-Ayalas außergewöhnlicher Weg zum Bischofsamt begann vor Jahrzehnten, als er als Einwanderer ohne Papiere in die Vereinigten Staaten einreiste, versteckt im Kofferraum eines Autos während eines gefährlichen Grenzübergangs. Seine persönliche Erfahrung, sich im amerikanischen Einwanderungssystem ohne legalen Status zurechtzufinden, prägte seine Weltanschauung und seinen pastoralen Ansatz in der Seelsorge. Trotz der Herausforderungen und Gefahren, denen er als Einwanderer ohne Papiere ausgesetzt war, absolvierte Menjivar-Ayala eine Religionsausbildung und trat schließlich ins Priesterseminar ein. Dabei bewies er außergewöhnliches Engagement für seine Berufung und Ausdauer trotz aller Widrigkeiten.
Die Ernennung von Menjivar-Ayala zum Bischof bedeutet mehr als eine routinemäßige kirchliche Versetzung. Es spiegelt das Engagement von Papst Leo XIV. wider, den marginalisierten Gemeinschaften innerhalb der Hierarchie der Kirche Gehör zu verschaffen. Der Papst war stets einer der lautstärksten Kritiker der harten Einwanderungspolitik, insbesondere derjenigen, die während früherer Regierungen umgesetzt wurde. Indem der Papst jemanden mit Erfahrung als Einwanderer ohne Papiere auswählt, sendet er eine starke Botschaft über die Haltung der Kirche zur Einwanderungsreform und ihr Mitgefühl gegenüber gefährdeten Bevölkerungsgruppen.
Quelle: The Guardian


