Machtkämpfe: Wie der Krieg die grenzüberschreitende Elektrizitätsversorgung stört

Bangladeschische Fabriken haben Schwierigkeiten, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, da der Krieg in der Ukraine die weltweite Energieversorgung beeinträchtigt und schwierige Entscheidungen erfordert, um den Betrieb am Laufen zu halten.
Fabriken in Bangladesch stehen vor einer neuen Herausforderung, um einen reibungslosen Betrieb aufrechtzuerhalten: den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Obwohl der Konflikt über 2.000 Meilen entfernt ist, breitet er sich auf den globalen Energiemärkten aus und stört den zuverlässigen Zugang zu Elektrizität, auf den Unternehmen in Bangladesch seit langem angewiesen sind.
„Bangladescher können eine Sache sehr gut, zum Beispiel Konfektionskleidung“, sagte Mohiuddin Rubel, der mehrere Bekleidungsfabriken betreibt. „Wir sind nicht diversifiziert.
Diese laserartige Konzentration auf eine einzelne Branche war eine Stärke für die Wirtschaft Bangladeschs und hat es zu einem der weltweit führenden Bekleidungsexporteure gemacht. Aber es macht das Land auch anfällig, wenn externe Schocks die Lieferketten, auf die es angewiesen ist, unterbrechen. Und der Krieg in der Ukraine erweist sich in Kombination mit den anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie als solch ein Schock.
Der Konflikt hat die globalen Energiemärkte auf den Kopf gestellt und die Preise für Öl, Erdgas und andere Brennstoffe in die Höhe getrieben. Dies wiederum macht es für bangladeschische Fabriken zunehmend schwieriger, sich den zuverlässigen und erschwinglichen Strom zu sichern, den sie für die Aufrechterhaltung ihres Betriebs benötigen.
„Wir haben Schwierigkeiten, Strom zu bekommen“, sagte Rubel. „Manchmal müssen wir Fabriken für ein paar Stunden schließen, und das führt zu erheblichen Störungen in unserer Produktion.“
Die Herausforderungen, vor denen Bangladeschs Fabriken stehen, sind ein Mikrokosmos der umfassenderen Belastung, die der Krieg für die globalen Energiesysteme bedeutet. Da Russland, ein bedeutender Produzent von Öl und Erdgas, mit internationalen Sanktionen konfrontiert ist, sind die Lieferungen knapper geworden und die Preise sind in die Höhe geschossen. Dies zwingt Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt dazu, schwierige Entscheidungen über die Zuteilung knapper Energieressourcen zu treffen.
Für Bangladesch sind die Auswirkungen besonders akut. Das Land ist zur Stromerzeugung stark auf Erdgas angewiesen, und seine inländische Produktion ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Dies hat die Regierung gezwungen, zunehmend auf importiertes Flüssigerdgas (LNG) zurückzugreifen, um ihren Energiebedarf zu decken – eine Versorgung, die sowohl teurer als auch schwieriger zu sichern ist.
„Wir haben nicht genug Gas, um unsere Kraftwerke zu betreiben“, sagte Nasrul Hamid, Bangladeschs Staatsminister für Strom, Energie und Bodenschätze. „Wir müssen LNG importieren, und die Preise sind durch die Decke gegangen.
Die steigenden Energiekosten stellen eine erhebliche Belastung für bangladeschische Unternehmen dar und zwingen sie dazu, schwierige Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie ihre begrenzten Ressourcen einsetzen. Einige Fabriken müssen ihre Produktion reduzieren, während andere auf Ersatzdieselgeneratoren umsteigen – eine kostspielige und umweltschädliche Alternative.
„Wir versuchen unser Bestes, die Situation zu bewältigen“, sagte Rubel. „Aber es wird von Tag zu Tag schwieriger.“
Die Herausforderungen, vor denen Bangladesch steht, machen deutlich, wie vernetzt das globale Energiesystem ist und wie Schocks in einem Teil der Welt weitreichende Folgen haben können. Während sich der Krieg in der Ukraine hinzieht, werden die Auswirkungen wahrscheinlich weiterhin spürbar sein und die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt auf die Probe stellen.
Quelle: The New York Times


