Putin behauptet, der Krieg in der Ukraine sei „zu Ende“

Der russische Präsident deutet an, dass sich der Konflikt nach der Verkleinerung der Siegesparade entspannt, und fordert Gespräche mit Deutschlands ehemaligem Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Wladimir Putin hat angedeutet, dass er glaubt, dass der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine seinem Ende entgegengeht, und machte diese Bemerkungen nur wenige Stunden, nachdem er eine kämpferische Rede bei der deutlich reduzierten Siegesparade in Moskau gehalten hatte – der bescheidensten Militärfeier, die Russland in den letzten Jahren organisiert hat. Die Äußerungen des russischen Staatschefs deuten auf eine mögliche Verschiebung seiner öffentlichen Positionierung in Bezug auf Europas tödlichsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg hin, auch wenn die Militäroperationen entlang der umkämpften Frontlinien in der Ostukraine fortgesetzt werden.
Im Anschluss an die Gedenkparade erklärte Putin vor versammelten Journalisten: „Ich denke, dass die Angelegenheit zu Ende geht“, als er über den Russland-Ukraine-Krieg sprach, der Hunderttausende Menschenleben gefordert und Millionen vertrieben hat von Zivilisten. Seine Äußerungen zeigten die Bereitschaft, sich an diplomatischen Gesprächen über die Schaffung neuer Sicherheitsvereinbarungen für Europa zu beteiligen, und signalisierten damit eine mögliche Eröffnung von Friedensverhandlungen nach mehr als zwei Jahren intensiver Kämpfe. Der Zeitpunkt dieser Kommentare – die zusammen mit der Zurschaustellung verminderter militärischer Ausrüstung abgegeben wurden – warf Fragen über die künftigen strategischen Berechnungen Russlands auf.
Der russische Präsident äußerte insbesondere seine Präferenz für die Zusammenarbeit mit Deutschlands ehemaligem Bundeskanzler Gerhard Schröder als primärem Verhandlungspartner bei künftigen Gesprächen zur Lösung des Konflikts. Schröder, der während seiner Amtszeit als Kanzler enge Beziehungen zu Russland unterhielt und Geschäftsinteressen im Land bewahrte, ist aufgrund seiner postpolitischen Rolle als Direktor russischer Energieunternehmen eine umstrittene Persönlichkeit in der europäischen Politik. Putins ausdrückliche Erwähnung von Schröder als bevorzugtem Gesprächspartner unterstreicht Moskaus Strategie, historische Beziehungen und wirtschaftliche Verbindungen in Westeuropa zu nutzen, um seine diplomatischen Ziele zu verfolgen.
Quelle: The Guardian


