Saudische Royals fordern die USA auf, in den Trump-Gesprächen weiterhin Druck auf den Iran auszuüben

Exklusiv: Die jüngsten Anrufe zwischen Trump und Saudi-Arabien offenbaren den Vorstoß zu einer anhaltenden aggressiven Haltung gegenüber dem Iran und verdeutlichen den Einfluss des Königreichs auf die US-Außenpolitik.
Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz soll Präsident Trump in jüngsten Telefonaten dazu gedrängt haben, eine harte Haltung gegenüber Iran beizubehalten, was die Bemühungen des Königreichs unterstreicht, die US-Außenpolitik im Nahen Osten zu gestalten. Kronprinz Mohammed bin Salman hat die USA wiederholt aufgefordert, eine aggressivere Haltung gegenüber Teheran, seinem regionalen Rivalen, einzunehmen, sagen Personen, die mit den Diskussionen vertraut sind.
Der Vorstoß des Prinzen, den Druck auf Iran aufrechtzuerhalten, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Regierung vor einer entscheidenden Entscheidung steht, ob die lähmenden Wirtschaftssanktionen, die im Rahmen des Iran-Atomabkommens aufgehoben wurden, wieder eingeführt werden soll. Trump hat damit gedroht, aus dem von der Obama-Regierung ausgehandelten Abkommen zurückzutreten, sofern die europäischen Verbündeten nicht einer Verschärfung der Bedingungen zustimmen.
Die engen Beziehungen zwischen dem Weißen Haus von Trump und der saudischen Königsfamilie waren ein prägendes Merkmal der Außenpolitik des Präsidenten. Trump hat den Kronprinzen als wichtigen Partner in der Region betrachtet und sich auf die Seite der Saudis in ihrem regionalen Machtkampf mit dem Iran gestellt.
Trump empfing den Kronprinzen letztes Jahr im Weißen Haus, und die beiden Staatsoberhäupter haben mehrfach telefoniert. Der Schwiegersohn und leitende Berater des Präsidenten, Jared Kushner, hat ebenfalls eine enge Beziehung zum 32-jährigen Kronprinzen aufgebaut, der für seine durchsetzungsfähige Regionalpolitik bekannt ist.
Kritiker warfen der Trump-Regierung vor, den Saudis gegenüber zu respektvoll zu sein und die schlechte Menschenrechtsbilanz des Königreichs sowie die Beteiligung am verheerenden Bürgerkrieg im Jemen zu ignorieren. Aber der Präsident und sein Team haben die USA fest mit Saudi-Arabien verbündet, auch um Irans wachsenden Einfluss in der Region auszugleichen.
Der Druck der Saudis stellt eine Bewährungsprobe für Trump dar, der seinen Wunsch, eine harte Linie gegenüber dem Iran zu verfolgen, mit der Besorgnis über die möglichen Folgen eines neuen Konflikts im Nahen Osten in Einklang bringen muss. Der Präsident hat angedeutet, dass er offen für eine Neuverhandlung des Iran-Abkommens ist, aber es ist unklar, ob die Europäer seinen Forderungen zustimmen werden.
Wenn Trump die Sanktionen erneut verhängt, könnte dies zu einer neuen Konfrontation mit dem Iran führen und möglicherweise die globalen Ölmärkte stören. Die Saudis wollten unbedingt, dass die USA eine entschiedenere Haltung einnehmen, doch einige Experten warnen, dass ein solcher Schritt nach hinten losgehen und die volatile Region weiter destabilisieren könnte.
Trotzdem unterstreicht die weiterhin enge Abstimmung zwischen dem Weißen Haus und der saudischen Königsfamilie den wachsenden Einfluss des Königreichs auf die US-Außenpolitik im Nahen Osten unter der Trump-Regierung.
Quelle: The New York Times


