Senat prüft CBS wegen Blockierung von Colberts Talarico-Interview

Die Demokraten im US-Senat leiten Ermittlungen zu Vorwürfen politischer Zensur ein, nachdem Stephen Colberts Interview mit dem Kandidaten der Demokraten von Texas von CBS blockiert wurde.
Die Demokraten des Senats leiten eine Untersuchung darüber ein, ob die Federal Communications Commission (FCC) und die CBS-Muttergesellschaft Paramount Stephen Colbert, den Talkshow-Moderator des Senders, daran gehindert haben, ein Interview mit dem Texas Democratic-Kandidaten James auszustrahlen Talarico.
Richard Blumenthal, der ranghöchste Demokrat im ständigen Untersuchungsunterausschuss des Senats, hat an das Strafverfolgungsbüro der FCC und an den CEO von Paramount Skydance, David Ellison, geschrieben. Der demokratische Senator verlangt Informationen und Dokumente im Zusammenhang mit der Colbert-Kontroverse, einschließlich jeglicher Kommunikation mit Donald Trumps Weißem Haus.

Die Untersuchung basiert auf Behauptungen, dass Colberts geplantes Interview mit Talarico, dem demokratischen Kandidaten für den 19. Kongressbezirk von Texas, von CBS-Führungskräften blockiert wurde. Talarico sollte im Februar in Colberts Late-Night-Talkshow auftreten, aber der Beitrag wurde Berichten zufolge in letzter Minute ohne Begründung abgesagt.
Kritiker haben CBS und Paramount politische Zensur vorgeworfen und behauptet, das Interview sei aufgrund des Drucks republikanischer Interessen abgesagt worden. In Blumenthals Brief wird gefordert, dass die FCC und Paramount alle Mitteilungen, E-Mails und Dokumente im Zusammenhang mit der Entscheidung, das Colbert-Talarico-Interview zu blockieren, bereitstellen.
Die Untersuchung des Senators ersucht auch um Informationen darüber, ob die Trump-Regierung an der Entscheidung beteiligt war oder Einfluss darauf nahm. Blumenthal äußerte Bedenken, dass der Vorfall Teil eines umfassenderen Musters politischer Einmischung in die Medienberichterstattung sein könnte und möglicherweise das Vertrauen der Öffentlichkeit in die freie Presse untergräbt.
Diese Untersuchung erfolgt zu einer Zeit, in der Medienfreiheit und die Rolle von Big Tech bei der Gestaltung des öffentlichen Diskurses in den Vereinigten Staaten zu immer umstritteneren Themen geworden sind. Die Colbert-Kontroverse hat Debatten über die Unabhängigkeit von Medienorganisationen und ihre Fähigkeit, über politische Angelegenheiten ohne unangemessenen Einfluss oder Zensur zu berichten, neu entfacht.
Blumenthal und andere Senatsdemokraten sind entschlossen, dem Colbert-Vorfall auf den Grund zu gehen und sicherzustellen, dass jede potenzielle politische Einmischung in die Medienberichterstattung ans Licht kommt. Die Untersuchung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Regierung, Medien und Öffentlichkeit sowie auf die laufenden Debatten über Medienvoreingenommenheit und Zensur haben.
Quelle: The Guardian


