Südafrika ernennt ehemaligen Apartheid-Unterhändler zum neuen US-Botschafter

Roelf Meyer, ein ehemaliger Vermittler aus der Zeit der Apartheid, wurde zum neuen Botschafter Südafrikas in den Vereinigten Staaten ernannt und ersetzt den von Präsident Trump vertriebenen Gesandten.
Roelf Meyer, ein erfahrener südafrikanischer Politiker, der eine Schlüsselrolle beim Übergang des Landes zur Demokratie spielte, wurde zum neuen Botschafter des Landes in den Vereinigten Staaten ernannt. Meyer wird den bisherigen südafrikanischen Botschafter ersetzen, der 2025 von Präsident Donald Trump aus den USA ausgewiesen wurde.
Meyer ist ein ehemaliges Mitglied der National Party, die bis Anfang der 1990er Jahre das Apartheidsystem der Rassentrennung in Südafrika durchsetzte. Später wurde er jedoch zum führenden Verhandlungsführer der Partei und half bei der Aushandlung des Abkommens, das 1994 zu den ersten demokratischen Wahlen des Landes führte.
In den darauffolgenden Jahrzehnten blieb Meyer eine einflussreiche Persönlichkeit in der südafrikanischen Politik, bekleidete verschiedene Regierungsfunktionen und fungierte als Vermittler in anderen Konfliktsituationen auf der ganzen Welt. Seine Ernennung zum Botschafter in den USA wird von der derzeitigen Regierung als Versuch angesehen, die Kluft zwischen Südafrika und den Vereinigten Staaten zu überbrücken, die in den letzten Jahren zeitweise angespannt war.
„Roelf Meyer hat eine nachgewiesene Erfolgsbilanz darin, Menschen zusammenzubringen und Gemeinsamkeiten zu finden“, sagte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa in einer Erklärung zur Bekanntgabe der Ernennung. „Seine Erfahrungen und Beziehungen werden von unschätzbarem Wert sein, wenn wir daran arbeiten, die strategische Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern zu stärken.“
Der ehemalige Botschafter, der 2025 von Trump im Zuge eines diplomatischen Streits über Südafrikas Haltung zum israelisch-palästinensischen Konflikt ausgewiesen wurde, war eine umstrittene Persönlichkeit. Meyers Ernennung wird als Versuch gesehen, die Beziehungen neu zu gestalten und einen konstruktiveren Weg nach vorne zu finden.
„Dies ist ein wichtiger Moment für Südafrika und die Vereinigten Staaten“, sagte Meyer in seiner eigenen Erklärung. „Es ist mir eine Ehre, diese Rolle zu übernehmen, und ich werde unermüdlich daran arbeiten, die Beziehungen zwischen unseren Nationen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Interessen zu vertiefen.“
Meyers Ernennung muss noch vom südafrikanischen Parlament genehmigt werden, wird aber voraussichtlich in den kommenden Wochen bestätigt. Im Falle einer Genehmigung wird er in den kommenden Monaten seinen neuen Posten in Washington, D.C. antreten.
Quelle: Al Jazeera


