Fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika: Zwei Jahrzehnte voller Aufruhr

Entdecken Sie Südafrikas beunruhigende Geschichte fremdenfeindlicher Angriffe von 2008 bis heute. Wie wiederkehrende Gewalt Tausende von Ausländern vertrieben hat.
Südafrikas Kampf gegen fremdenfeindliche Gewalt stellt eine der hartnäckigsten und beunruhigendsten Herausforderungen dar, mit denen das Land in der jüngeren Geschichte konfrontiert ist. Seit fast zwei Jahrzehnten erlebt das Land wiederkehrende Wellen fremdenfeindlicher Angriffe, die unzählige Ausländer vertrieben, verletzt und traumatisiert haben. Diese Vorfälle haben international Besorgnis ausgelöst und schwierige Fragen zum sozialen Zusammenhalt, zur wirtschaftlichen Ungleichheit und zur Integration von Einwanderergemeinschaften in die südafrikanische Gesellschaft aufgeworfen. Das Muster der Gewalt ist zyklisch geworden, die Spannungen eskalieren regelmäßig und münden in verheerende Konfrontationen, die Leben fordern und Lebensgrundlagen zerstören.
Die Wurzeln der fremdenfeindlichen Stimmung in Südafrika sind tief verwurzelt und haben ihren Ursprung in einem komplexen Zusammenspiel von wirtschaftlicher Frustration, Arbeitslosigkeit und vermeintlicher Konkurrenz um Ressourcen unter marginalisierten Gemeinschaften. Viele Südafrikaner, insbesondere in Townships und informellen Siedlungen, machen Ausländer dafür verantwortlich, dass sie Arbeitsplätze annehmen und die ohnehin begrenzten sozialen Dienste belasten. Dieser Unmut wurde durch das schleppende Wirtschaftswachstum des Landes und die anhaltende Arbeitslosigkeitskrise verschärft, von der junge Menschen und Menschen ohne Fachkenntnisse unverhältnismäßig stark betroffen sind. Politische Rhetorik hat diese Gefühle manchmal verstärkt, wobei bestimmte Politiker die einwanderungsfeindliche Stimmung ausnutzten, um die Unterstützung der frustrierten Bevölkerung zu festigen.
Der Wendepunkt kam im Mai 2008, als in mehreren Provinzen Südafrikas tödliche Unruhen ausbrachen, die die schlimmste fremdenfeindliche Gewalt darstellten, die das Land seit der Gründung der Demokratie erlebt hatte. Diese ersten Angriffe schockierten sowohl das Land als auch die internationale Gemeinschaft aufgrund ihrer Brutalität und ihres Ausmaßes. Mobs richteten sich systematisch gegen ausländische Staatsangehörige, vor allem solche aus anderen afrikanischen Ländern, und brannten Geschäfte, Häuser und Fahrzeuge in scheinbar koordinierten Angriffen nieder. Die Gewalt breitete sich schnell von Johannesburg nach Kapstadt, Durban und zahlreichen kleineren Städten aus, was eher auf tief verwurzelte Missstände in verschiedenen Gemeinden als auf isolierte Vorfälle schließen lässt.
Quelle: Deutsche Welle


