St Andrews May Dip: Fotografen im Visier von Frauen

Studenten aus St. Andrews berichten über Badebekleidungsfotos, die während der jährlichen May Dip-Tradition ohne Zustimmung in landesweiten Zeitungen veröffentlicht wurden. Datenschutzbedenken geäußert.
Jedes Jahr, wenn die Morgendämmerung über der schottischen Küste anbricht, nehmen Hunderte von Studenten der St Andrews University an einer der beliebtesten Traditionen der akademischen Welt teil: dem May Dip. Bei diesem altehrwürdigen Studentenritual waten mutige Schwimmer in das eiskalte Wasser der Nordsee, eine Praxis, von der angenommen wird, dass sie den Teilnehmern während ihrer bevorstehenden Prüfungsphase Glück beschert. Die Veranstaltung ist tief in der Kultur der Universität verankert und stellt einen Übergangsritus dar, der Generationen von Studenten durch gemeinsame Erfahrungen und Kameradschaft verbindet.
In den letzten Jahren hat diese malerische und gut gemeinte Tradition jedoch unerwünschte Aufmerksamkeit von kommerziellen Fotografen auf sich gezogen, die von authentischen Bildern von Studenten in Badebekleidung profitieren wollen. Agentur- und freiberufliche Fotografen strömen immer häufiger an den Strand von East Sands, wobei einige Berichten zufolge in den Dünen in der Nähe des Fife-Küstenwegs über Nacht campen, um sich die besten Aussichtspunkte zu sichern. Diese Fotografen arbeiten mit der ausdrücklichen Absicht, verkaufsfähige Fotos aufzunehmen, die sie anschließend überregionalen Zeitungen und Medien anbieten können, oft ohne die entsprechende Zustimmung der auf ihren Bildern abgebildeten Personen einzuholen.
Die Situation hat sowohl bei Studenten als auch bei Universitätsbeamten ernsthafte Besorgnis hervorgerufen, da viele Teilnehmer entdeckten, dass ihre Bilder ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in großen schottischen Publikationen veröffentlicht wurden. Diese Praxis stellt einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre während eines eigentlich feierlichen und freudigen Anlasses dar. Studenten haben ihre Frustration und Betroffenheit zum Ausdruck gebracht, als sie erfuhren, dass intime Fotos, die in einem verletzlichen Moment aufgenommen wurden – während sie nur Badebekleidung trugen – an ein landesweites Publikum verteilt wurden.
Quelle: The Guardian


