Der Sudan steht vor einer katastrophalen Hungerkrise, von der 20 Millionen Menschen betroffen sind

Fast 20 Millionen Menschen im Sudan leiden angesichts des anhaltenden Konflikts unter akutem Hunger. Der IPC warnt vor verheerenden Folgen ohne sofortige humanitäre Intervention und Zugang zu Nahrungsmitteln.
Die humanitäre Lage im Sudan hat einen kritischen Punkt erreicht, da fast 20 Millionen Menschen derzeit unter akutem Hunger leiden, so die jüngste Einschätzung der Integrated Food Security Phase Classification (IPC). Diese erschütternde Zahl unterstreicht die verheerenden Auswirkungen eines anhaltenden Konflikts auf die Zivilbevölkerung des Landes und stellt eine der schwersten Ernährungskrisen in der jüngsten Weltgeschichte dar. Das Ausmaß des Hungers, von dem die sudanesische Bevölkerung betroffen ist, stellt viele andere humanitäre Notfälle in den Schatten und unterstreicht die dringende Notwendigkeit internationaler Aufmerksamkeit und koordinierter Hilfsmaßnahmen.
Die sich verschlechternden Bedingungen sind auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, die in direktem Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt im Sudan stehen, der die landwirtschaftliche Produktion unterbrochen, Millionen von Menschen vertrieben und die für die Nahrungsmittelverteilung wichtigen Lieferketten unterbrochen hat. Haushalte im ganzen Land haben ihre Bewältigungsstrategien und ihre Ersparnisse erschöpft, so dass sie weder Lebensmittel kaufen noch Zugang zu Grundbedürfnissen haben. Die Situation wurde durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch, die Währungsabwertung und den Zusammenbruch der wesentlichen Infrastruktur, die zuvor die Ernährungssicherheit im ganzen Land unterstützte, verschärft.
Über die unmittelbare Hungerkrise hinaus stellt der fehlende Zugang zu Gesundheitseinrichtungen eine ebenso große Bedrohung für die sudanesische Bevölkerung dar. Der norwegische Flüchtlingsrat hat eindringlich vor den Zusammenhängen dieser Krisen gewarnt und betont, dass Unterernährung in Verbindung mit eingeschränkter medizinischer Versorgung tödliche Folgen für gefährdete Bevölkerungsgruppen, insbesondere Kinder und ältere Menschen, habe. Die Gesundheitsinfrastruktur wurde systematisch beschädigt oder unzugänglich gemacht, sodass Millionen Menschen keine grundlegende medizinische Versorgung mehr haben.
Quelle: Al Jazeera


