Der Oberste Gerichtshof prüft den Fall der Roundup-Label-Warnung

Der Oberste Gerichtshof prüft, wie die Risiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup zu kennzeichnen sind, was erhebliche Auswirkungen auf Tausende von Klagen gegen Monsanto und Bayer hat.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat kürzlich mündliche Verhandlungen in einem entscheidenden Fall angehört, der die Art und Weise verändern könnte, wie die Pestizidkennzeichnungsanforderungen im ganzen Land gehandhabt werden. Der Streit dreht sich um das beliebte Herbizid Roundup, das von Monsanto – heute eine Tochtergesellschaft des Agrarchemieriesen Bayer – hergestellt wird, und darum, ob die Bundesaufsichtsbehörden Verbraucher angemessen vor potenziellen Gesundheitsrisiken warnen, die mit der Verwendung des Produkts verbunden sind. Dieser bahnbrechende Fall stellt eine der bedeutendsten rechtlichen Herausforderungen dar, mit denen die Agrochemieindustrie in den letzten Jahren konfrontiert war, mit Auswirkungen, die weit über den Gerichtssaal hinausgehen könnten.
Der Fall geht auf Tausende von Produkthaftungsklagen zurück, die von Einzelpersonen eingereicht wurden, die behaupten, dass die Exposition gegenüber Roundup, dessen Wirkstoff Glyphosat ist, bei ihnen zu schweren Krankheiten, insbesondere Non-Hodgkin-Lymphom und anderen Krebsarten, geführt habe. Die Kläger argumentieren, dass Monsanto es versäumt habe, ausreichend vor den möglichen krebserzeugenden Wirkungen des Herbizids zu warnen, obwohl sich immer mehr wissenschaftliche Beweise für solche Risiken häuften. Das Unternehmen hingegen behauptet, dass das Produkt bei bestimmungsgemäßer Verwendung sicher ist und dass die Bundesaufsichtsbehörden die Chemikalie gründlich geprüft und für den kommerziellen Vertrieb zugelassen haben.
Im Mittelpunkt dieses Streits steht eine grundlegende Frage nach der Regulierungsbehörde und der Unternehmensverantwortung in der chemischen Industrie. Der Oberste Gerichtshof muss entscheiden, ob einzelne Staaten das Recht haben, ihre eigenen Kennzeichnungsanforderungen vorzuschreiben, die über die von der Environmental Protection Agency (EPA) festgelegten Bundesstandards hinausgehen. Dies ist eine entscheidende Unterscheidung, da sie es Staaten ermöglichen könnte, strengere Warnhinweise durchzusetzen, wenn sie der Meinung sind, dass die Richtlinien des Bundes nicht ausreichen, oder wenn die Genehmigung des Bundes den Kennzeichnungsvorschriften auf Landesebene vorgreift.
Quelle: NPR


