Die Beziehung zwischen Israel und den USA: Kontrolle ohne Antisemitismus

Eine kritische Analyse der Rolle Israels dabei, die USA in einen Krieg gegen den Iran hineinzuziehen, und der Notwendigkeit, eine sachliche Prüfung aufrechtzuerhalten, ohne in Antisemitismus abzurutschen.
Die gemeinsamen Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran haben eine Abrechnung erzwungen, der sich die amerikanische politische Kultur schon seit Jahren nähert, der sie sich aber vielleicht noch nie so direkt stellen musste wie jetzt. Es handelt sich um eine Abrechnung, die zwei dringende, legitime und teilweise widersprüchliche Gebote enthält – und von denen keines aufgegeben werden sollte.
Beginnen wir mit einer einfachen Wahrheit: Israels Rolle dabei, die Vereinigten Staaten zu militärischen Aktionen gegen den Iran zu bewegen, bedarf einer ernsthaften Prüfung. Was auch immer man über die strategische Logik der Angriffe glaubt, der Prozess, durch den die Vereinigten Staaten dazu kamen, sich an ihnen zu beteiligen, wirft tiefgreifende Fragen über die Beziehung zwischen den beiden Ländern auf. Der US-Außenminister Marco Rubio hat behauptet, dass die USA den Iran zum Teil deshalb angegriffen hätten, weil sie wussten, dass Israel einseitig handeln würde, und einen Rückschlag fürchteten. Mit anderen Worten: Die strategischen Prioritäten Israels prägten das militärische Timing der USA und damit auch die amerikanischen Verluste.

Diese Prüfung muss jedoch mit großer Sorgfalt durchgeführt werden. Dieselben Kräfte, die lange versucht haben, jegliche Kritik an Israel zu unterdrücken, sind nun bestrebt, solche Kritik mit Antisemitismus zu verwechseln. Sie wollen uns glauben machen, dass die Infragestellung des Einflusses der israelischen Regierung eine Infragestellung des Existenzrechts des jüdischen Volkes bedeutet. Das ist eine gefährliche und falsche Gleichung. Antisemitismus ist real, er ist schädlich und muss bekämpft werden. Der Weg, dies zu erreichen, besteht jedoch nicht darin, Israel vor jeglicher Kritik zu schützen, sondern vielmehr darin, darauf zu bestehen, dass diese Kritik auf Fakten und nicht auf Vorurteilen basiert.
Quelle: The Guardian


