Den Ursprüngen des Lebens auf der Spur: Bahnbrechende Fossilienentdeckungen enthüllen komplexe Tiergruppen vor dem Kambrium

Neu entdeckte Fossilienvorkommen in China bieten beispiellose Einblicke in den Übergang vom Ediacara zum Kambrium und stellen unser Verständnis der Ursprünge des Tierlebens in Frage.
Entschlüsselung der Geheimnisse des prähistorischen Lebens – Die Einzelheiten darüber, wie das Leben der Tiere begann, waren lange Zeit von Ungewissheit umgeben. Während im Kambrium eine rasche Diversifizierung bekannter Formen und die Entstehung bizarrer Kreaturen zu verzeichnen waren, gibt es Hinweise darauf, dass einige moderne Tiergruppen vor dieser entscheidenden Ära entstanden sein könnten. Allerdings scheinen die in Ediacara-Ablagerungen gefundenen Organismen oft keine eindeutige Beziehung zu irgendetwas zu haben, was wir heute kennen. 
Das völlige Fehlen dieser Ediacara-Kreaturen in späteren Schichten hat zu der Hypothese geführt, dass sie möglicherweise bei einem Massenaussterben verschwunden sind, das den Weg für die kambrische Explosion ebnete. Doch eine bemerkenswerte Neuentdeckung an einem Fundort in China stellt diese Erzählung in Frage und enthüllt eine komplexe Vermischung ediacaraischer und kambrischer Arten, die auf einen allmählicheren Übergang zwischen den beiden Epochen schließen lässt.
Eine Fossilienfundgrube in Südchina
Die neu beschriebenen Fossilien stammen von einem Ort südlich von Kunming, in der Nähe des Fuxian-Sees, in der Dengying-Formation – einer geologischen Schicht, von der bekannt ist, dass sie Ablagerungen aus der Ediacara-Zeit enthält, die sich vor 635 bis 540 Millionen Jahren erstreckte. Diese neuesten Entdeckungen, die von einem Forscherteam der Universität Yunnan und der Universität Oxford gemacht wurden, datieren auf das Ende des Ediacara, also nur etwa 7 Millionen Jahre vor den ersten klaren Ablagerungen im Kambrium. 
Eine überraschende Koexistenz – Die Bedeutung dieses Fundes liegt in der Tatsache, dass diese Fossilien Beispiele von Gruppen enthalten, die während des Kambriums blühten und Seite an Seite mit einigen Ediacara-Arten lebten. Dies stellt die Vorstellung eines plötzlichen, katastrophalen Übergangs zwischen den beiden Epochen in Frage und deutet stattdessen auf eine allmählichere Verschiebung in der Zusammensetzung des prähistorischen Lebens hin.
„Das völlige Fehlen dieser Lebewesen in späteren Gesteinsschichten deutet darauf hin, dass sie möglicherweise bei einem Massenaussterben verschwunden sind, das den Weg für die Explosion kambrischer Arten ebnete“, sagt das Forschungsteam. „Aber diese neue Entdeckung zeigt, dass es eine komplexere Vermischung von Ediacara- und Kambrium-Arten gab, was auf einen allmählicheren Übergang zwischen den beiden Perioden hindeutet.“
Die Ergebnisse der Forscher bieten einen verlockenden Einblick in eine entscheidende Periode in der Geschichte des Lebens auf der Erde und werfen neues Licht auf die Ursprünge und die Entwicklung der vielfältigen Organismen, die die kambrische Explosion prägen sollten. 
Quelle: Ars Technica


