Trump reist mit begrenztem Einfluss gegen Xi nach Peking

Als Trump zum Gipfeltreffen mit Xi Jinping in Peking eintrifft, verfügt China angesichts der Iran-Krise, der Spannungen in Taiwan und gescheiterter diplomatischer Initiativen über einen strategischen Vorteil.
Die diplomatische Bühne ist bereit für ein Folgetreffen zwischen den Vereinigten Staaten und China in dieser Woche, während Präsident Donald Trump sich auf die Reise nach Peking zu einem zweitägigen Gipfeltreffen mit Präsident Xi Jinping vorbereitet. Dieser Besuch findet jedoch zu einem besonders prekären Zeitpunkt in den internationalen Beziehungen statt, da Trump aufgrund einer Reihe von außenpolitischen Rückschlägen zunehmendem Druck ausgesetzt ist und zunehmend auf die Zusammenarbeit Chinas angewiesen ist, um eskalierende Krisen in mehreren Regionen und Schauplätzen zu lösen.
Während seiner Amtszeit hat Trump einen besonderen Ansatz in der internationalen Diplomatie bewiesen, der durch Unvorhersehbarkeit und dramatische politische Richtungswechsel gekennzeichnet ist. Seine Regierung hat wie eine abrissbirne, die hemmungslos schwingt, langjährige Bündnisse zerstört, internationale Vereinbarungen untergraben und sowohl bei traditionellen amerikanischen Partnern als auch bei Gegnern erhebliche Verunsicherung geschaffen. Dieses Muster unberechenbarer Entscheidungsfindung hat zahlreiche geopolitische Herausforderungen ungelöst gelassen, von anhaltenden Spannungen in der Ukraine und im Nahen Osten bis hin zu angespannten Beziehungen zu europäischen NATO-Mitgliedern und zuletzt umstrittenen territorialen Ambitionen in Bezug auf Grönland und eskalierenden Konflikten im Libanon und im Iran.
Der Gipfel in Peking stellt Trumps Versuch dar, nach einer besonders schwierigen Zeit außenpolitischer Misserfolge einen bedeutenden diplomatischen Sieg zu erringen. Seine Regierung hatte Schwierigkeiten, in den verschiedenen Regionen kohärente Strategien aufrechtzuerhalten, und der Mangel an konsistenter langfristiger Planung hat sowohl bei Verbündeten als auch bei Gegnern zu Verwirrung über die amerikanischen Absichten geführt. Trumps typisches Muster – internationale Unruhe zu stiften, unabhängig von den tatsächlichen Ergebnissen den Sieg zu erringen und dann von anderen zu erwarten, dass sie das daraus resultierende Chaos lösen – scheint sich in diesem jüngsten internationalen Engagement zu wiederholen.
Trumps Hoffnungen auf den Abschluss eines hochkarätigen Handelsabkommens mit China bleiben von diesen unmittelbareren Sicherheitsbedenken überschattet, obwohl Handelsverhandlungen in den Diskussionen wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen werden. Der amerikanische Präsident strebt seit langem nach einem unterzeichneten Handelsabkommen, das sein Geschick bei der Verhandlungsführung demonstriert und seine innenpolitische Basis anspricht. Solche Abkommen erfordern jedoch einen echten gegenseitigen Nutzen und ein nachhaltiges Engagement für die Umsetzung. Chinesische Verhandlungsführer sind in solchen Gesprächen immer raffinierter geworden, und Peking hat wenig Anreiz, Trump die Art von transformativem Deal anzubieten, den er anstrebt, ohne im Gegenzug erhebliche Zugeständnisse zu erhalten.
Der breitere Kontext von Trumps jüngsten politischen Implosionen kann bei der Beurteilung der Machtdynamik dieses Gipfels nicht übersehen werden. Der Umgang seiner Regierung mit dem Ukraine-Konflikt, der humanitären Krise im Gazastreifen, den Spannungen innerhalb der NATO und der abrupte Schwenk hin zu Grönland haben alle dazu beigetragen, dass die amerikanische Politik als reaktiv, inkonsequent und eher von persönlichen Launen als von strategischem Kalkül bestimmt wahrgenommen wird. Dieser angesammelte Schaden an der Glaubwürdigkeit und Konsequenz der USA hat natürlich Xis Position in den Verhandlungen gestärkt, da der chinesische Präsident auf ein Muster amerikanischer Unzuverlässigkeit und politischer Kehrtwende verweisen kann.
Der Preis, den Xi für die chinesische Zusammenarbeit in Iran und anderen Fragen verlangen könnte, könnte sich als erheblich erweisen, und unglücklicherweise für Taiwan könnte die Insel durchaus auf dieser Rechnung landen. China strebt seit langem nach internationaler Anerkennung und Akzeptanz seiner Souveränitätsansprüche über Taiwan und könnte diesen Moment der amerikanischen Schwäche nutzen, um Zusagen von Trump hinsichtlich des Ausmaßes der amerikanischen militärischen Unterstützung für die Insel oder der Art der diplomatischen Anerkennung zu erzwingen. Die Aussicht, dass Trump Taiwans Sicherheitsinteressen gegen kurzfristige diplomatische Siege eintauscht, ist für diejenigen, die sich seit langem für eine konsequente amerikanische Unterstützung des demokratischen Taiwan einsetzen, ein echtes Anliegen.
Quelle: The Guardian


