Trumps China-Gipfel hat keine Substanz

Trump kehrt mit Versprechungen, aber ohne konkrete Ergebnisse vom Xi Jinping-Gipfel zurück. Analyse des gescheiterten Widerstands gegen Taiwans Rhetorik und der globalen Wahrnehmung.
Donald Trump kehrte am Freitag nach einem mit Spannung erwarteten diplomatischen Gipfel in China nach Washington DC zurück, der den Höhepunkt eines zweitägigen Treffens mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping bildete, bei dem feierliche Größe und rhetorische Bekenntnisse zur internationalen Stabilität im Vordergrund standen, jedoch nur minimale substanzielle Erfolge oder politische Durchbrüche erzielt wurden. Der Gipfel, der große mediale Aufmerksamkeit erregte und von der Trump-Administration ausführlich als Meilenstein in den Beziehungen zwischen den USA und China beworben wurde, erwies sich in seinen praktischen Ergebnissen und Vereinbarungen als deutlich theatralischer denn transformativ.
Der US-Präsident trat die Gespräche mit einer bereits geschwächten Regierung an, die durch die Folgen eines eskalierenden militärischen Konflikts im Iran, der erhebliches politisches Kapital und militärische Ressourcen verbraucht hatte, bereits geschwächt war. Trumps Verhandlungsposition schien durch diese internationalen Komplikationen geschwächt zu sein, und seine Leistung während des chinesischen Gipfels trug kaum dazu bei, die Wahrnehmung zu ändern, dass sowohl die Vereinigten Staaten als auch ihr globales Ansehen in den letzten Monaten auf der internationalen Bühne eine erhebliche Erosion erlebt haben.
Einer der bemerkenswertesten Aspekte des Gipfels war Trumps auffälliges Versäumnis, Xi Jinpings durchsetzungsfähige Rhetorik über den künftigen politischen Status Taiwans in Frage zu stellen oder sich dagegen zu wehren. Dieses strategische Versäumnis warf ernsthafte Fragen hinsichtlich des Bekenntnisses der Regierung zu langjährigen politischen Positionen der USA in Bezug auf das autonome Inselterritorium und seine Beziehung zum chinesischen Festland auf. Beobachter und außenpolitische Analysten stellten fest, dass Trumps Schweigen zu diesem kritischen Thema offenbar eine mögliche Verschiebung der diplomatischen Prioritäten der USA in Bezug auf einen der sensibelsten geopolitischen Brennpunkte im asiatisch-pazifischen Raum signalisierte.
Quelle: The Guardian


