Trumps Wählerlisten zur Staatsbürgerschaft sind möglicherweise unzuverlässig

Das Justizministerium warnt davor, dass Trumps Anordnung, die eine Überprüfung der Staatsbürgerschaft für die Stimmabgabe vorschreibt, zu ungenauen Ergebnissen und zu Komplikationen bei der Wahl führen könnte.
Die neu erlassene Durchführungsverordnung der Trump-Administration zur Überprüfung der Wahlberechtigung wurde vom Justizministerium intensiv geprüft, was ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Staatsbürgerschaftslisten aufkommen lässt, die im Rahmen der Richtlinie erstellt würden. Mit der Verordnung sollen umfassende Anforderungen zur Überprüfung der Staatsbürgerschaft für Wähler im ganzen Land eingeführt werden. Bundesbeamte warnen jedoch davor, dass die zugrunde liegenden Daten und Methoden erhebliche Fehler enthalten könnten, die legitime Wähler entziehen oder zu Verwaltungschaos an Wahllokalen führen könnten.
Laut Analysten des Justizministeriums, die den Umsetzungsrahmen der Durchführungsverordnung überprüft haben, basieren die Staatsbürgerschaftsdatenbanken, die das Rückgrat dieses Überprüfungssystems bilden würden, auf inkonsistenten und unvollständigen Informationen aus mehreren Bundes- und Landesquellen. Diese Quellen, darunter Führerscheinunterlagen, Daten der Sozialversicherungsverwaltung und staatliche Wählerregistrierungsdateien, kommunizieren nicht immer effektiv miteinander und enthalten oft veraltete oder widersprüchliche Informationen über den individuellen Staatsbürgerschaftsstatus. Die Einschätzung des Ministeriums legt nahe, dass Querverweise zwischen diesen unterschiedlichen Datenbanken zu falsch positiven Ergebnissen führen könnten, bei denen US-Bürger fälschlicherweise als nicht wahlberechtigt gekennzeichnet werden.
Die Durchführungsverordnung würde den USA auch erweiterte Befugnisse einräumen. Der Postdienst soll Aspekte der Briefwahlverfahren überwachen und regulieren, eine Bestimmung, die bei Wahlrechtsbefürwortern und Wahlbeamten zusätzliche Besorgnis hervorgerufen hat. Der Postdienst, der bisher nicht für die Überprüfung der Wahlberechtigung verantwortlich war, müsste neue Systeme und Schulungen einführen, um in den kritischen Phasen vor und während der Wahlen die Überprüfung der Staatsbürgerschaft in großem Umfang durchführen zu können. Diese plötzliche Ausweitung der Rolle des USPS in der Wahlverwaltung könnte die Ressourcen belasten und zu neuen Fehlerquellen im Wahlprozess führen.
Wahlverwalter aus republikanischen und demokratischen Staaten haben Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung der Anforderungen zur Überprüfung der Staatsbürgerschaft in so großem Umfang geäußert. Viele Staaten führen im Rahmen ihrer Wählerregistrierungsprozesse bereits eine Form der Staatsbürgerschaftsüberprüfung durch, tun dies jedoch mithilfe etablierter Protokolle, die über viele Jahre hinweg verfeinert wurden. Das neue Bundesmandat würde möglicherweise diese bestehenden Systeme außer Kraft setzen und Wahlbeamte dazu zwingen, ungetestete Verfahren einzuführen, die die Registrierung und Stimmabgabe am Wahltag verlangsamen könnten.
Die Analyse des Justizministeriums verdeutlicht auch eine entscheidende technische Herausforderung: Die Bestimmung, welche Bürger als Wahlberechtigte gelten, ist keine einfache Datenbanksuche. Der Staatsbürgerstatus kann sich aufgrund von Einbürgerung, Ausbürgerung oder anderen rechtlichen Verfahren ändern, und diese Änderungen werden möglicherweise nicht sofort in allen Bundes- und Landesdatenbanken widergespiegelt. Darüber hinaus könnten Personen mit ähnlichen Namen oder Geburtsdaten falsch zwischen Systemen abgeglichen werden, was dazu führen könnte, dass Wahlberechtigte fälschlicherweise abgelehnt oder an der Stimmabgabe gehindert werden.
Untersuchungen von Stimmrechtsorganisationen und akademischen Institutionen haben gezeigt, dass Systeme zur Wählerüberprüfung häufig erhebliche Fehlerquoten aufweisen, insbesondere wenn mehrere Datenbanken ohne ordnungsgemäße Überprüfungsprotokolle miteinander verglichen werden. Studien haben gezeigt, dass automatisierte Matching-Systeme je nach Datenqualität und Ausgereiftheit der verwendeten Matching-Algorithmen Falsch-Positiv-Raten zwischen 2 und 10 Prozent erzeugen können. Da Millionen von Amerikanern bei jeder Wahl ihre Stimme abgeben, könnte selbst eine kleine Fehlerquote Tausende oder Zehntausende von Wählern betreffen.
Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Staatsbürgerschaftsüberprüfung wurden innerhalb der Bundesregierung aus verschiedenen Richtungen geäußert. Das Justizministerium hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anordnung gegen den Voting Rights Act und andere Bundesgesetze verstoßen könnte, die das Wahlrecht der Bürger schützen. Darüber hinaus hat die Agentur in Frage gestellt, ob die Durchführungsverordnung ordnungsgemäß mit dem Kongress abgestimmt wurde und ob sie mit den bestehenden Gesetzen zur Regulierung von Bundestagswahlen im Einklang steht.
Der Zeitplan für die Umsetzung des Systems zur Überprüfung der Staatsbürgerschaft wirft auch praktische Bedenken bei Wahlbeamten auf, die bereits eine komplexe Wahllogistik verwalten. Die meisten Staaten führen ihre Wahlen nach relativ festen Zeitplänen durch, und die Einführung neuer Überprüfungsverfahren würde einen erheblichen Koordinierungs- und Schulungsaufwand in Tausenden von Wahllokalen und Wahlbüros erfordern. Die Analyse des Justizministeriums legt nahe, dass eine überstürzte Umsetzung zu weit verbreiteter Verwirrung bei den Wählern und berechtigten Beschwerden über den Wahlzugang führen könnte.
Wahlrechtsbefürworter haben davor gewarnt, dass solche Initiativen zur Überprüfung der Staatsbürgerschaft, selbst wenn sie gut gemeint sind, oft unverhältnismäßige Auswirkungen auf bestimmte Wählergruppen haben, darunter ältere Amerikaner, eingebürgerte Bürger und Wähler mit Sprachbarrieren. Bei diesen Populationen kann es wahrscheinlicher sein, dass Fehler beim Datenbankabgleich auftreten oder zusätzliche Herausforderungen bei der Korrektur von Datensätzen auftreten, wenn sie fälschlicherweise als nicht förderfähig gekennzeichnet werden. Die kumulative Wirkung solcher Fehler könnte die Wahlbeteiligung in Gemeinden drücken, die bei der Wahlbeteiligung bereits unterrepräsentiert sind.
Dass sich die Executive Order auf den U.S. Postal Service als Regulierungsbehörde für Mail-In-Abstimmungsverfahren verlässt, stellt eine weitere bedeutende Abweichung von der historischen Praxis dar. Der Postdienst spielt seit langem eine logistische Rolle bei der Zustellung der Stimmzettel an die Wähler, verfügt jedoch bisher nicht über die Regulierungsbefugnis über die Wahlprozesse selbst. Kritiker argumentieren, dass diese Ausweitung der Rolle des USPS die Funktionen der Postzustellung mit der Wahlverwaltung vermischt, was möglicherweise zu Verwirrung über Verantwortlichkeiten und Rechenschaftspflicht führt.
Mehrere Wahlverwaltungsexperten haben vor dem Kongress ausgesagt, dass alle größeren Änderungen bei der Überprüfung der Staatsbürgerschaft oder den Verfahren zur Briefwahl sorgfältig in kleineren Gerichtsbarkeiten getestet und erprobt werden sollten, bevor sie auf nationaler Ebene umgesetzt werden. Ein solcher schrittweiser Ansatz würde es Wahlbeamten und Bundesbehörden ermöglichen, potenzielle Probleme zu erkennen, Verfahren zu verfeinern und sicherzustellen, dass die Systeme wie vorgesehen funktionieren, ohne das Wahlerlebnis für Millionen Amerikaner zu beeinträchtigen. Die Skepsis des Justizministeriums hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Ansatzes der Executive Order steht im Einklang mit diesen Expertenempfehlungen für eine sorgfältige und bewusste Umsetzung wesentlicher Änderungen an Wahlverfahren.
Die breitere Debatte über Wahlsicherheit und Wahlberechtigung spiegelt aus mehreren Perspektiven echte Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Integrität des Wahlprozesses wider. Befürworter einer strengeren Überprüfung argumentieren, dass es für die Wahlintegrität von wesentlicher Bedeutung ist, nicht wahlberechtigte Wähler daran zu hindern, ihre Stimme abzugeben, während Kritiker behaupten, dass die Heilung unzuverlässiger Überprüfungssysteme schlimmer sein könnte als die Krankheit, die sie angeblich bekämpfen sollen. Die Analyse des Justizministeriums versucht, diese konkurrierenden Bedenken auszuräumen, indem es darauf hinweist, dass der Ansatz der Durchführungsverordnung nicht ausreichend zuverlässig ist, um ihre Umsetzung auf nationaler Ebene zu rechtfertigen.
In den kommenden Wochen dürfte es zu erheblichen Rechtsstreitigkeiten und politischen Debatten über die Durchführungsverordnung und die Einschätzung ihrer Zuverlässigkeit durch das Justizministerium kommen. Die Gerichte müssen das Interesse der Regierung an der Integrität der Wahlen gegen den verfassungsmäßigen Schutz des Stimmrechts abwägen, während der Kongress möglicherweise gesetzgeberische Reaktionen in Betracht zieht, um die zugrunde liegenden Bedenken auszuräumen, die die Durchführungsverordnung motiviert haben. Wahlbeamte auf staatlicher und lokaler Ebene bereiten sich bereits auf mögliche rechtliche Herausforderungen vor und beginnen möglicherweise mit der Entwicklung von Notfallplänen für den Fall, dass Teile der Anordnung von Gerichten blockiert werden.
Letztendlich unterstreicht die Warnung des Justizministeriums vor der Unzuverlässigkeit der Staatsbürgerschaftsüberprüfungslisten die technische und administrative Komplexität der Umsetzung umfangreicher Änderungen der Wahlverfahren. Während die Durchführungsverordnung berechtigte politische Bedenken widerspiegelt, deutet die Abhängigkeit von Datenbanken und Systemen, die das Justizministerium als unzuverlässig bezeichnet, darauf hin, dass erhebliche Verbesserungen und Tests erforderlich wären, bevor ein solches System bei Bundeswahlen verantwortungsvoll eingesetzt werden könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob politische Entscheidungsträger und Gerichte dieser Einschätzung zustimmen oder ob die Durchführungsverordnung trotz dieser dokumentierten Bedenken hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und möglichen Auswirkungen auf die Wähler vorangetrieben wird.
Quelle: The New York Times


