Trumps Iran-Politik steht angesichts schwindender öffentlicher Unterstützung vor einem harten Kampf

Während Präsident Trump militärische Maßnahmen gegen den Iran abwägt, sieht sich seine Regierung mit einer zunehmend skeptischen Öffentlichkeit gegenüber einer ausländischen Intervention ohne klare Begründung und Strategie konfrontiert.
Die eskalierende Rhetorik und das Vorgehen von Präsident Trump gegen den Iran haben Besorgnis über die Möglichkeit eines neuen Konflikts im Nahen Osten geweckt, offenbaren aber auch eine krasse politische Realität: Die amerikanische Öffentlichkeit unterstützt eine militärische Intervention weitaus weniger, als dem Oberbefehlshaber vielleicht bewusst ist.
Umfragedaten zeigen, dass die öffentliche Unterstützung für einen Angriff auf den Iran deutlich geringer ist als die, die frühere Präsidenten genossen, als sie im Ausland Gewalt anwendeten. Dies stellt eine große Herausforderung für die Trump-Administration dar, da sie ihren nächsten Schritt gegen Teheran nach einer Reihe von Angriffen auf Öltanker und dem Abschuss einer US-Drohne in der Straße von Hormus abwägt.
Laut einer aktuellen ABC News/Ipsos-Umfrage unterstützen nur 34 % der Amerikaner die militärische Aktion der USA gegen den Iran, verglichen mit 64 %, die die Invasion des Irak im Jahr 2003 unterstützten die 61 %, die 2017 Luftangriffe gegen Syrien unterstützten. Die Zurückhaltung der Öffentlichkeit, den Iran militärisch anzugreifen, erstreckt sich über Parteigrenzen hinweg, wobei nur 43 % der Republikaner solche Maßnahmen unterstützen.
Der Mangel an öffentlicher Begeisterung für den Konflikt mit dem Iran spiegelt einen umfassenderen Wandel in der amerikanischen Einstellung seit den langwierigen Kriegen in Afghanistan und im Irak wider. Eine Umfrage von Pew Research ergab, dass 64 % der Erwachsenen in den USA der Meinung sind, dass sich die Entscheidung für den Einsatz militärischer Gewalt nicht lohnt. Im Jahr 2013 waren es noch 51 %.
Dieses strategische Umfeld birgt Risiken für Trump, der versucht hat, eine harte, „America First“-Außenpolitik zu vertreten. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern fehlt ihm möglicherweise das politische Kapital, um einen unpopulären Krieg zu führen, insbesondere ohne klare Argumente für eine Militäraktion, die die Öffentlichkeit überzeugt.
Natürlich behält Trump als Oberbefehlshaber die verfassungsmäßige Befugnis, einen Angriff auf den Iran anzuordnen. Aber die Abneigung der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber ausländischen Verstrickungen könnte seine Bemühungen, einen solchen Konflikt langfristig aufrechtzuerhalten, erschweren und möglicherweise sein politisches Ansehen untergraben.
Die Trump-Regierung hat den Iran als eine ernsthafte Bedrohung dargestellt, der man sich stellen muss, und verwies dabei auf die Unterstützung des Landes für militante Gruppen, sein Programm für ballistische Raketen und seine Feindseligkeit gegenüber Israel. Aber die Öffentlichkeit scheint skeptischer und fordert eine stichhaltigere Begründung, bevor sie eine militärische Intervention unterstützt.
Letztendlich steht Trumps Iran-Politik vor einem harten Kampf, da er versucht, das Land hinter seinem harten Ansatz zu mobilisieren. Der Präsident muss möglicherweise vorsichtig vorgehen, um einer Gegenreaktion einer kriegsmüden Öffentlichkeit zu entgehen, die immer mehr Angst vor einer Verstrickung in einen weiteren Nahostkonflikt hat.
Quelle: The New York Times


