Großbritannien verzögert die Rückgabe der Chagos-Inseln aufgrund des Drucks der USA

Die britische Regierung hat Pläne zur Rückgabe der Chagos-Inseln, auf denen sich ein strategischer US-britischer Militärstützpunkt befindet, aufgrund des Widerstands der Vereinigten Staaten auf Eis gelegt.
In einem überraschenden Schritt hat die britische Regierung beschlossen, eine Vereinbarung zur Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius zurückzuhalten, nachdem die Vereinigten Staaten heftigen Widerstand geleistet hatten. Die Chagos-Inseln, ein abgelegener Archipel im Indischen Ozean, sind seit Jahrzehnten ein umstrittenes Thema, wobei die anhaltende Kontrolle des Vereinigten Königreichs über die Inseln weithin als koloniales Relikt verurteilt wird.
Auf den Chagos-Inseln befindet sich der strategisch wichtige Militärstützpunkt zwischen den USA und Großbritannien auf der Insel Diego Garcia. Dieser Stützpunkt diente als entscheidender Knotenpunkt für US-Militäroperationen im Nahen Osten und in Südasien, und die US-Regierung hat deutlich gemacht, dass sie jede Übertragung der Kontrolle über die Inseln ablehnt.
Die Entscheidung, die Pläne zur Rückgabe der Chagos-Inseln zu stoppen, stellt einen erheblichen diplomatischen Rückschlag für das Vereinigte Königreich dar, das sich zuvor verpflichtet hatte, den Archipel an Mauritius zurückzugeben. Das Vereinigte Königreich stand unter zunehmendem Druck der Vereinten Nationen und des Internationalen Gerichtshofs, den langjährigen Streit um die Souveränität der Inseln beizulegen.
Mit der Angelegenheit vertrauten Quellen zufolge war die britische Regierung mit intensiven Lobbybemühungen seitens der USA konfrontiert, die deutlich gemacht haben, dass sie die Chagos-Inseln als einen entscheidenden Teil ihrer globalen Militärstrategie betrachtet. Berichten zufolge haben die USA das Vereinigte Königreich gewarnt, dass jede Übertragung der Kontrolle über die Inseln schwerwiegende Auswirkungen auf die enge Verteidigungs- und Geheimdienstbeziehung der beiden Länder haben könnte.
Die Entscheidung, das Abkommen zurückzuhalten, stieß bei Mauritius und anderen Nationen, die sich seit langem für die Entkolonialisierung der Chagos-Inseln einsetzen, auf Enttäuschung und Frustration. Die UN-Generalversammlung hat das Vereinigte Königreich wiederholt aufgefordert, die Inseln an Mauritius zurückzugeben, wobei der Internationale Gerichtshof 2019 entschied, dass die fortgesetzte Kontrolle des Vereinigten Königreichs über den Archipel illegal ist.
Trotz des Rückschlags hat die britische Regierung erklärt, dass sie sich weiterhin für eine Lösung im Streit um die Chagos-Inseln einsetzt. Der Einfluss der Vereinigten Staaten und die strategische Bedeutung des Stützpunkts Diego Garcia lassen jedoch darauf schließen, dass eine schnelle und unkomplizierte Lösung dieses langjährigen Konflikts möglicherweise weiterhin schwer zu erreichen ist.
Quelle: Al Jazeera


