Der britische Innenminister wird Abschiebungen aus afghanischen Asylbewerbern nicht ausschließen

Shabana Mahmood weist darauf hin, dass Großbritannien möglicherweise ein Rückführungsprogramm für abgelehnte afghanische Asylbewerber fortsetzt, was humanitäre Organisationen und Flüchtlingsaktivisten alarmiert.
Innenministerin Shabana Mahmood hat signalisiert, dass die britische Regierung aktiv über ein umstrittenes Rückführungsprogramm für afghanische Staatsangehörige nachdenkt, deren Asylanträge abgelehnt wurden. In einem bedeutenden politischen Wandel, der bei humanitären Organisationen Besorgnis hervorgerufen hat, weigerte sich Mahmood, die Aussicht auf eine Abschiebung abgelehnter afghanischer Asylbewerber in ein Land, das derzeit unter der Kontrolle der Taliban steht, kategorisch abzulehnen.
In jüngsten Erklärungen vor dem Parlament und in Medienbesprechungen wies Mahmood darauf hin, dass das Innenministerium die laufenden diplomatischen Gespräche zwischen Kabul und verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die Einrichtung von Rückführungsprogrammen für abgelehnte Antragsteller „sehr genau beobachtet“. Die vorsichtige Sprache des Innenministers und die bewusste Weigerung, solche Maßnahmen völlig auszuschließen, deuten darauf hin, dass die Regierung die Angelegenheit mit großer Ernsthaftigkeit angeht und alle verfügbaren politischen Optionen prüft.
Über die internationalen Gespräche hinaus gab Mahmood bekannt, dass derzeit in den Abteilungen von Whitehall „zusätzliche Gespräche“ über Afghanische Asylrückführungen geführt werden. Diese internen Diskussionen zeigen, dass mehrere Regierungsbehörden damit beschäftigt sind, die Machbarkeit, die rechtlichen Auswirkungen und die humanitären Folgen der Umsetzung eines solchen Programms zu analysieren. Die Beteiligung verschiedener Ministerien lässt darauf schließen, dass es sich nicht nur um eine Initiative des Innenministeriums handelt, sondern vielmehr um eine gesamtstaatliche Überlegung zur Reform der Asylpolitik.


