Großbritannien schwächt den Schutz von Folteropfern im Asylrecht

Starmers Regierung wirft vor, den Rechtsschutz für Folteropfer zu verwässern. Minister des Europarates planen, die Auslegung der Menschenrechte zu ändern, um Abschiebungen zu erleichtern.
Die britische Regierung steht wegen angeblicher Beeinträchtigung des Rechtsschutzes für Folteropfer, die Asyl beantragen, unter intensiver Beobachtung. Während sich Vertreter aus 46 Ländern im Europarat darauf vorbereiten, zu wichtigen Diskussionen über die Asylpolitik zusammenzukommen, haben die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Schwächung wichtiger Menschenrechtsgarantien zugenommen. Die geplanten Änderungen könnten die Art und Weise, wie Nationen mit der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber und Personen mit krimineller Vorgeschichte umgehen, grundlegend verändern.
Außenministerin Yvette Cooper wird voraussichtlich auf einer bevorstehenden Tagung des Europarats eine „politische Erklärung“ verabschieden, die einen bedeutenden Moment in der laufenden Entwicklung des internationalen Asyl- und Menschenrechtsrechts markiert. Diese Erklärung stellt eine koordinierte Anstrengung der Mitgliedstaaten dar, bestehende Menschenrechtsgesetze-Rahmenwerke so neu zu interpretieren, dass einfachere Abschiebungsverfahren ermöglicht werden. Der Schritt hat eine erhebliche Debatte unter Menschenrechtsorganisationen, Rechtsexperten und Interessengruppen ausgelöst, die die Auswirkungen auf gefährdete Bevölkerungsgruppen in Frage stellen.
Der Europarat, der 46 Mitgliedsstaaten umfasst und als wichtigstes Aufsichtsgremium für die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) fungiert, spielt eine zentrale Rolle bei der Festlegung von Standards für den Schutz der Menschenrechte auf dem gesamten Kontinent. EMRK-Schutz diente in der Vergangenheit als entscheidender Schutz gegen die Abschiebung von Personen, denen in ihren Heimatländern Folter oder schwere Verletzungen drohten. Die vorgeschlagene Neuinterpretation dieser Rechtsgesetze wirft ernsthafte Fragen darüber auf, ob diese grundlegenden Schutzmaßnahmen robust bleiben oder erheblich beeinträchtigt werden.
Quelle: The Guardian


