Einwanderer ohne Papiere verlässt LA: Die Geschichte der Selbstdeportation

Ein 38-jähriger Einwanderer ohne Papiere in LA beschließt, die USA zu verlassen, nicht weil er es muss, sondern um der Unsicherheit zu entkommen und die Welt frei sehen zu können.
Abel Ortiz, ein 38-jähriger Einwanderer ohne Papiere, lebt seit seinem zweiten Lebensmonat in Los Angeles. Seit fast vier Jahrzehnten ist er in der geschäftigen Stadt zu Hause, baut sich ein Leben als Friseur auf und pflegt eine eingeschworene Gemeinschaft um sich herum. Doch trotz seiner tiefen Wurzeln in LA hat sich Abel an dem Ort, den er sein Zuhause nennt, nie wirklich akzeptiert oder sicher gefühlt. In einer Zeit eskalierender ICE-Überfälle und des ständigen Schmerzes der Ungewissheit hat Abel nun eine radikale Entscheidung getroffen: Er geht – nicht weil er es muss, sondern um dem ewigen Schwebezustand zu entkommen und die Freiheit zu haben, die Welt zu erkunden.
Der Dokumentarfilm Abel verlässt LA: Selbstdeportation aus Trumps Amerika folgt Abels Reise, während er sich mit dieser lebensverändernden Entscheidung auseinandersetzt. Abel wurde in Mexiko geboren, als Kleinkind in die USA gebracht und lebt seitdem als Einwanderer ohne Papiere. Obwohl er sich in LA ein erfülltes Leben aufgebaut hat, ist es ihm nie gelungen, wirklich Wurzeln zu schlagen oder ein Gefühl der Zugehörigkeit zu verspüren. Der Schmerz, ein Außenseiter zu sein in der Stadt, die er liebt, hat sich in den letzten Jahren nur noch verstärkt, da die harte Einwanderungspolitik der Trump-Regierung eine dunkle Wolke der Angst und Unsicherheit über die Menschen ohne Papiere geworfen hat.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Für Abel ist die Entscheidung, sich selbst abzuschieben, eine komplexe und zutiefst persönliche Entscheidung. Einerseits bricht es ihm das Herz, das Leben hinter sich zu lassen, das er über Jahrzehnte akribisch gestaltet hat – den Friseursalon, den er besitzt, die Freunde und die ausgewählte Familie, die er gewonnen hat, die lebendige Latino-Kultur, die ihn genährt hat. Andererseits ist der ständige Stress, im Schatten zu leben, überwältigend geworden und die Aussicht, die Welt außerhalb der USA frei erkunden zu können, ist verlockend.
Während Abel sich auf seine Reise vorbereitet, befasst sich der Dokumentarfilm mit den Nuancen seines Entscheidungsprozesses. Er kämpft mit der Schuld, seine alte Mutter im Stich gelassen zu haben, die jahrelang von ihm abhängig war, und mit der Angst vor dem Unbekannten, das vor ihm liegt. Dennoch gibt es auch ein Gefühl von vorsichtigem Optimismus, einen Hoffnungsschimmer, dass er endlich die Freiheit und Zugehörigkeit finden könnte, nach der er sich so lange gesehnt hat.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Der Film dient als ergreifende Erkundung der gelebten Erfahrungen von Einwanderern ohne Papiere in Trumps Amerika, wo das Versprechen von Chancen und Sicherheit zunehmender Angst und der qualvollen Wahl gewichen ist, ob sie in dem einzigen Zuhause bleiben, das sie je gekannt haben, oder einen Sprung in die ungewisse Zukunft wagen. Abels Geschichte ist ein eindrucksvoller Beweis für die Widerstandsfähigkeit und den Mut derer, die ihr Leben in den Vereinigten Staaten aufgebaut haben, nur um dann vor der schmerzhaften Entscheidung zu stehen, ob sie bleiben oder gehen sollen.
Quelle: The Guardian

