Die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran machen schrittweise Fortschritte, Experten sind vorsichtig optimistisch

Nach langen Verhandlungen behaupten die USA und der Iran, in technischen Fragen einige Fortschritte gemacht zu haben, es bestehen jedoch weiterhin erhebliche Differenzen, während die Gespräche in Wien fortgesetzt werden. Analysten sehen einen Weg zu Kompromissen, warnen jedoch davor, dass die Konfliktrisiken weiterhin hoch bleiben.
Nach einer Woche intensiver Verhandlungen in Wien haben US-amerikanische und iranische Beamte die jüngste Gesprächsrunde zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015, bekannt als Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), abgeschlossen. Obwohl beide Seiten einige Fortschritte in technischen Fragen verkündet haben, wurden nur wenige Details veröffentlicht und es bleibt unklar, ob die grundlegenden Differenzen zwischen den beiden Ländern gelöst werden können, um einen möglichen Konflikt zu vermeiden.
Die Gespräche, die seit über einem Jahr laufen, zielen auf die Wiederherstellung des JCPOA ab, aus dem sich die Vereinigten Staaten 2018 unter der Trump-Regierung zurückgezogen haben. Seitdem hat der Iran sein Atomprogramm kontinuierlich ausgebaut, was in der internationalen Gemeinschaft Besorgnis über die nuklearen Ambitionen des Landes hervorgerufen hat.
Laut einer gemeinsamen Erklärung der Verhandlungsführer Irans und der Europäischen Union war die jüngste Gesprächsrunde „konstruktiv“ und beinhaltete „substanzielle Fortschritte“ in technischen Fragen. In der Erklärung wurde jedoch auch anerkannt, dass „Unterschiede bestehen bleiben“ und dass „weitere Arbeit erforderlich ist“.
Das US-Außenministerium bestätigte ebenfalls die „Fortschritte“, die während der Gespräche erzielt wurden, warnte jedoch davor, dass noch „erhebliche Herausforderungen“ bestehen. „Wir sind noch nicht am Ziel“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price. „Es liegt noch ein gutes Stück Weg vor uns, um die verbleibenden Lücken zu schließen.“
Analysten haben die jüngsten Entwicklungen vorsichtig begrüßt und festgestellt, dass allein die Tatsache, dass die Gespräche fortgesetzt werden, ein positives Zeichen sei. Allerdings warnen sie auch davor, dass der Weg zu einer endgültigen Einigung mit Hindernissen behaftet bleibe.
„Während die Gespräche einige schrittweise Fortschritte gemacht haben, bleiben die Kernunterschiede zwischen den USA und dem Iran ungelöst“, sagte Ellie Geranmayeh, leitende Politikwissenschaftlerin beim European Council on Foreign Relations. „Bei Fragen wie der Lockerung der Sanktionen und dem Umfang der nuklearen Aktivitäten Irans liegen beide Seiten noch weit auseinander.“
Die nächste Runde technischer Diskussionen wird voraussichtlich in den kommenden Wochen stattfinden, mit dem Ziel, die verbleibenden Probleme zu lösen und den Weg für eine endgültige politische Einigung zu ebnen. Allerdings bleibt der weitere Weg ungewiss, da die Verhandlungen so heikel sind und viel auf dem Spiel steht.
„Von einem endgültigen Deal sind wir noch weit entfernt“, sagte Geranmayeh. „Das Risiko eines Scheiterns der Gespräche und eines möglichen Konflikts bleibt hoch, und beide Seiten müssen viel Flexibilität und politischen Willen zeigen, um die Sache über die Ziellinie zu bringen.“
Quelle: Al Jazeera


