US-Stahlwerke florieren, aber Fabriken leiden unter Trumps Zöllen

Trumps Stahlzölle haben zu einem Wiederaufleben der US-Stahlproduktion geführt, doch amerikanische Fabriken und Unternehmen kämpfen mit höheren Kosten und Handelsunsicherheit.
Die Nachricht, dass das Stahlwerk Granite City in Granite City, Illinois, entlassene Stahlarbeiter wieder einstellte, wurde weithin als Zeichen der industriellen Wiederbelebung in den Vereinigten Staaten gefeiert. Die Einführung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte durch Präsident Trump wurde als Sieg für das amerikanische verarbeitende Gewerbe, als Wiederherstellung von Arbeitsplätzen und als Stärkung der heimischen Stahlindustrie angepriesen.
Das positive Narrativ rund um das Wiederaufleben der Stahlindustrie verschleiert jedoch eine komplexere Realität. Während Stahlwerke seit der Einführung der Zölle im Jahr 2018 tatsächlich Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen haben, waren die Gesamtauswirkungen auf amerikanische Fabriken und Unternehmen weitaus nachteiliger. {{IMAGE_PLACEHOLDER}}
Die Zölle haben die Kosten für Stahl und andere Rohstoffe für Hersteller im ganzen Land in die Höhe getrieben und viele dazu gezwungen, die Preise zu erhöhen, die Investitionen zu reduzieren oder in einigen Fällen den Betrieb ganz einzustellen. Laut einem Bericht der Federal Reserve aus dem Jahr 2019 haben die Zölle US-Unternehmen 1,4 Milliarden US-Dollar pro Monat gekostet und zum Verlust von über 300.000 amerikanischen Arbeitsplätzen geführt.
„Die Zölle sind ein zweischneidiges Schwert“, sagte Kate Bronfenbrenner, Direktorin für Arbeitsbildungsforschung an der Cornell University. „Sie haben der Stahlindustrie geholfen, aber sie haben allen anderen geschadet, die Stahl verwenden.“ {{IMAGE_PLACEHOLDER}}
Das verarbeitende Gewerbe, das etwa 12 % der US-Wirtschaft ausmacht, ist besonders stark betroffen. Die Unternehmensinvestitionen sind zurückgegangen und die Verbraucherpreise sind gestiegen, da die Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Dies hat zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums beigetragen und den Gesamtnutzen der Zölle gedämpft.
„Die Zölle haben sich insgesamt negativ auf die US-Wirtschaft ausgewirkt“, sagte Christine McDaniel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mercatus Center. „Sie haben einigen Branchen geholfen, aber vielen weiteren geschadet.“ {{IMAGE_PLACEHOLDER}}
Die unbeabsichtigten Folgen der Zölle haben auch die Beziehungen zu wichtigen Verbündeten der USA belastet und zu Vergeltungszöllen und Handelsstreitigkeiten geführt, die die globalen Lieferketten weiter gestört haben. Dies hat zu Unsicherheit und Instabilität für amerikanische Unternehmen geführt und es schwierig gemacht, für die Zukunft zu planen und zu investieren.
Während das Wiederaufleben der Stahlindustrie eine positive Entwicklung ist, ist klar, dass die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle eher schädlich als vorteilhaft waren. Während die Wahl 2020 näher rückt, dürfte sich die Debatte über die Vorzüge von Trumps Handelspolitik intensivieren, wobei sowohl Befürworter als auch Kritiker die realen Auswirkungen auf amerikanische Arbeitnehmer und Unternehmen hinterfragen.
Quelle: The New York Times


