Vietnams Kommunistische Partei dominiert die Parlamentswahl

Vietnam hält Parlamentswahlen mit 93 % der Kandidaten der regierenden Kommunistischen Partei ab, was die strenge Kontrolle der Partei über den politischen Prozess unterstreicht.
Vietnams regierende Kommunistische Partei hat bei den letzten Parlamentswahlen im Land ihre Macht fest im Griff, wobei 93 % der Kandidaten Mitglieder der Partei waren. Bei der Wahl, die am 23. Mai stattfand, stimmten vietnamesische Bürger für Mitglieder der Nationalversammlung, der gesetzgebenden Körperschaft des Landes.
Die Kommunistische Partei Vietnams behält ein Monopol auf die politische Macht, seit sie 1975 nach dem Ende des Vietnamkrieges die Kontrolle über das Land übernahm. Obwohl das Land bedeutende Wirtschaftsreformen und Liberalisierungen durchlaufen hat, hat die Partei immer noch einen festen Einfluss auf den politischen Prozess und prüft und wählt sorgfältig die Kandidaten aus, die für ein Amt kandidieren dürfen.
Laut der Vietnam News Agency, der staatlichen Nachrichtenagentur, nahmen 99,6 % der registrierten Wähler an der Wahl teil, 99,8 % von ihnen gaben ihre Stimme ab. Internationale Beobachter kritisierten jedoch, dass es bei der Wahl an einem echten politischen Wettbewerb mangele, da die überwiegende Mehrheit der Kandidaten Mitglieder der Kommunistischen Partei seien.
Die Wahlergebnisse gelten allgemein als ausgemachte Sache, da die Kommunistische Partei die Macht weiterhin fest im Griff hat. Die Dominanz der Partei in der Nationalversammlung ermöglicht es ihr, die Gesetzgebungsagenda zu kontrollieren und sicherzustellen, dass ihre Richtlinien in Gesetz umgesetzt werden.
Trotz des Mangels an politischer Konkurrenz hat die Kommunistische Partei daran gearbeitet, die Wahl als Demonstration der demokratischen Glaubwürdigkeit des Landes darzustellen. Die Partei hat die hohe Wahlbeteiligung als Zeichen der Unterstützung des vietnamesischen Volkes für ihre Herrschaft gepriesen.
Kritiker argumentieren jedoch, dass die Kontrolle der Kommunistischen Partei über den politischen Prozess die demokratische Entwicklung des Landes untergräbt und die Fähigkeit der vietnamesischen Bürger einschränkt, sich sinnvoll am politischen Prozess zu beteiligen. Sie argumentieren, dass wahre Demokratie eine Vielzahl politischer Parteien und einen echten Wettbewerb um die politische Macht erfordert.
Trotz dieser Kritik dürfte die Kommunistische Partei ihre Dominanz in der politischen Landschaft des Landes auf absehbare Zeit beibehalten. Die strenge Kontrolle der Partei über den politischen Prozess, kombiniert mit ihren Wirtschaftsreformen und ihrem Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung, haben es ihr ermöglicht, die Unterstützung eines erheblichen Teils der vietnamesischen Bevölkerung zu behalten.
Quelle: Al Jazeera


