Gewalttätiger Schimpansen-Bürgerkrieg tobt im Uganda-Nationalpark weiter

Einer neuen Studie zufolge sind Ngogo-Schimpansen im Kibale-Nationalpark in Uganda seit über acht Jahren in einem brutalen Konflikt zwischen den Gemeinschaften gefangen. Entdecken Sie die schockierenden Details dieses Machtkampfes unter den Primaten.
Seit fast einem Jahrzehnt ist die einst eng verbundene Gemeinschaft der Ngogo-Schimpansen im Kibale-Nationalpark in Uganda in einen erbitterten Bürgerkrieg verwickelt, so eine neue Studie, die im International Journal of Primatology veröffentlicht wurde.
Die Schimpansen von Ngogo, einer der größten bekannten Schimpansengemeinschaften der Welt, befinden sich seit 2014 in einem brutalen Machtkampf. Forscher haben eine schockierende Eskalation der Intergruppengewalt, einschließlich tödlicher Angriffe, dokumentiert, während die beiden gegnerischen Fraktionen um die Kontrolle über Territorium und Ressourcen kämpfen.
„Es ist beispiellos, dieses Ausmaß an anhaltender Aggression und Blutvergießen zwischen Schimpansengemeinschaften zu sehen“, sagte Dr. John Mitani, Professor für Anthropologie an der University of Michigan und Mitautor der Studie. „Normalerweise kommt es vereinzelt zu Gewalttaten, aber die Ngogo-Schimpansen gehen sich schon seit Jahren gegenseitig an die Gurgel.“
Der Konflikt begann, nachdem sich eine Gruppe männlicher Schimpansen von der Hauptgemeinschaft der Ngogo losgesagt hatte, um eine rivalisierende Fraktion zu bilden. Seitdem haben die beiden Gruppen zahlreiche tödliche Angriffe verübt, wobei Einzelpersonen auf beiden Seiten schwere Verletzungen und sogar Todesopfer erlitten haben.
„Das Ausmaß der Aggression ist wirklich ziemlich schockierend“, sagte Dr. David Watts, Professor für Anthropologie an der Yale University und Hauptautor der Studie. „Wir haben Fälle dokumentiert, in denen Schimpansen getötet, ihre Körper verstümmelt und ganze Gebiete von der rivalisierenden Fraktion überfallen und übernommen wurden.“
Die Forscher glauben, dass der Konflikt durch eine Kombination von Faktoren ausgelöst wird, darunter Konkurrenz um Nahrung, Wasser und Partner sowie verändernde Allianzen und Machtdynamiken innerhalb der größeren Schimpansengemeinschaft.
Trotz der anhaltenden Gewalt hoffen die Forscher weiterhin, dass die Ngogo-Schimpansen irgendwann einen Weg finden werden, ihre Differenzen beizulegen und den Frieden in der Gemeinschaft wiederherzustellen. In der Zwischenzeit beobachten sie die Situation weiterhin genau und dokumentieren die sich abzeichnenden Ereignisse.
„Dies ist eine deutliche Erinnerung an die komplexen sozialen und politischen Dynamiken, die innerhalb der Schimpansengesellschaften bestehen“, sagte Dr. Mitani. „Es ist ein ernüchternder Einblick in die dunklere Seite des Primatenverhaltens, aber auch eine Gelegenheit, die Wurzeln menschlicher Konflikte besser zu verstehen.“
Quelle: BBC News


