Sozialhilfestrafe drängt arme britische Jugendliche von der Ausbildung ab

Staatliche Wohlfahrtsvorschriften führen zu einer „Lehrlingsstrafe“, was dazu führt, dass Familien 340 £/Woche an Sozialleistungen verlieren, wenn junge Menschen eine Berufsausbildung beginnen, was benachteiligte Jugendliche dazu zwingt, aufzuhören.
Sozialberater der Regierung äußern ernsthafte Bedenken hinsichtlich einer versteckten Strafe im britischen Sozialleistungssystem, die junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen direkt davon abhält, eine Ausbildung zu absolvieren. Im Mittelpunkt des Problems stehen die Regelungen zu Sozialleistungen, die für Familien zu erheblichen finanziellen Härten führen, wenn sich ein Teenager für eine Berufsausbildung entscheidet, was den Haushalten möglicherweise bis zu 340 £ pro Woche an verlorenem Unterhalt kosten kann. Dieses strukturelle Problem innerhalb des Sozialsystems wird immer deutlicher, da die Ausbildungsbeteiligungsquoten bei Familien mit niedrigem Einkommen weiter sinken, was die Frage aufwirft, ob die Ausbildungsinitiativen der Regierung wirklich diejenigen erreichen können, die sie am meisten brauchen.
Der Kern dieses Dilemmas liegt in einer kontraintuitiven Klassifizierung innerhalb des Leistungssystems. Wenn ein 16-Jähriger eine Ausbildung beginnt, wird er in den Sozialvorschriften der Regierung automatisch als „selbstständiger Arbeitnehmer“ eingestuft, der nicht mehr als unterhaltsberechtigtes Kind gilt, das elterliche Unterstützung benötigt. Diese Verwaltungsentscheidung, die ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Vermögensverhältnisse des Lehrlings oder der Familie getroffen wird, führt automatisch zum Entzug wesentlicher Leistungen. Das Kindergeld, das Eltern für jedes unterhaltsberechtigte Kind erhalten, entfällt, und die Kinder- und Invaliditätselemente des Universalkredits werden ebenfalls aus der Einkommensberechnung des Haushalts entfernt. Für Familien, die bereits finanziell in Schwierigkeiten sind, stellt dieser plötzliche Verlust der Unterstützung die Wahl zwischen der Aufrechterhaltung der grundlegenden Stabilität des Haushalts und der Unterstützung der schulischen Weiterentwicklung ihres Kindes vor die unmögliche Wahl.
Die finanziellen Auswirkungen dieser Politik können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Familien, die damit rechnen müssen, bis zu 340 £ pro Woche an Sozialleistungen zu verlieren, wenn ihr Kind eine Ausbildung beginnt, müssen schwierig kalkulieren, ob die langfristigen Vorteile einer Berufsausbildung die unmittelbaren und schwerwiegenden finanziellen Folgen überwiegen. Dies stellt ein echtes Hindernis für die soziale Mobilität junger Menschen dar, deren Familien nicht über die finanziellen Rücklagen verfügen, um einen solch erheblichen wöchentlichen Verlust aufzufangen. Viele Familien mit minimalem Budget können sich diesen plötzlichen Einkommensrückgang einfach nicht leisten und sind daher in der Lage, ihre Kinder aktiv davon abzuhalten, legitime Ausbildungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, die zu einer stabilen Beschäftigung und besseren Zukunftsaussichten führen könnten.
Quelle: The Guardian


