Der Gouverneur von Wisconsin lehnt Altersüberprüfungen für den Zugang zu Pornos ab

Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, hat ein Veto gegen einen Gesetzentwurf eingelegt, der eine Altersverifizierung für den Online-Zugriff auf Inhalte für Erwachsene erforderlich gemacht hätte, und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich verfassungsmäßiger Rechte.
Wisconsins Gouverneur Tony Evers hat ein Veto gegen einen Gesetzentwurf eingelegt, der von den Einwohnern verlangt hätte, ihr Alter zu überprüfen, bevor sie auf Pornoseiten zugreifen. Der als AB 105 bekannte Gesetzentwurf hätte Websites, deren Gesamtinhalt mehr als ein Drittel als jugendgefährdend einstuft, dazu verpflichtet, eine „angemessene“ Form der Altersüberprüfung vorzuschreiben, etwa die Aufforderung an die Benutzer, ihren amtlichen Ausweis vorzuzeigen.
In einem Brief an die Mitglieder der Versammlung letzte Woche erklärte Evers, dass der Gesetzentwurf „eine einschneidende Belastung für Erwachsene darstellt, die versuchen, Zugang zu verfassungsrechtlich geschützten Materialien zu erhalten.“ Dieser Schritt des Gouverneurs erfolgt, da mehr als zwei Dutzend Bundesstaaten bereits ähnliche Altersprüfungsanforderungen für Inhalte für Erwachsene im Internet erfüllt haben.
Die Debatte über die Altersüberprüfung bei Online-Pornos war umstritten. Befürworter argumentierten, dass sie zum Schutz Minderjähriger notwendig sei, während Kritiker behaupten, dass sie die Privatsphäre und Rechte von Erwachsenen verletze. Evers‘ Veto gegen den Wisconsin-Gesetzentwurf legt nahe, dass er sich den Bedenken hinsichtlich verfassungsmäßiger Rechte und persönlicher Freiheit stärker anschließt.
Die Branche für Inhalte für Erwachsene lehnt seit langem Anforderungen zur Altersüberprüfung ab und behauptet, dass sie Zugangsbarrieren schaffen und zum Missbrauch personenbezogener Daten führen können. Befürworter solcher Maßnahmen argumentieren jedoch, dass sie für den Schutz von Kindern vor schädlichen und unangemessenen Inhalten unerlässlich sind.
Das Veto gegen den Wisconsin-Gesetzentwurf dürfte die breitere Debatte über das Gleichgewicht zwischen dem Schutz Minderjähriger und der Wahrung der Rechte von Erwachsenen auf legalen, verfassungsrechtlich geschützten Online-Inhalten neu entfachen. Da immer mehr Staaten ähnliche Gesetze zur Altersüberprüfung in Betracht ziehen, werden die rechtlichen und ethischen Auswirkungen solcher Richtlinien weiterhin Gegenstand intensiver Diskussionen und Prüfungen sein.
Während der Wisconsin-Gouverneur seinen Standpunkt klar zum Ausdruck gebracht hat, ist das Problem der Altersüberprüfung für Pornografie und andere nicht jugendfreie Inhalte noch lange nicht gelöst, und die anhaltende Debatte wird wahrscheinlich die Zukunft der digitalen Privatsphäre und des Zugangs zu Informationen sowohl für Minderjährige als auch für Erwachsene prägen.
Quelle: The Verge


