Woolworths wird im großen ACCC-Prozess der „Marketing-Magie“ beschuldigt

Die australische Verbraucherschutzbehörde behauptet, Woolworths habe Kunden in einem bahnbrechenden Bundesgerichtsverfahren wegen der „Preissenkung“-Werbeaktion mit gefälschten Rabatten getäuscht.
Diese Woche begann vor dem Bundesgericht in Sydney ein bedeutender Rechtsstreit, als die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) ihr Verfahren gegen Woolworths, einen der größten Supermarktbetreiber Australiens, einleitete. Der Prozess stellt einen kritischen Moment bei der Durchsetzung des Verbraucherschutzes dar, nachdem die Regulierungsbehörde nur wenige Wochen zuvor ähnliche Vorwürfe gegen den Konkurrenten Coles erhoben hatte. Im Mittelpunkt des Falles stehen Vorwürfe, dass Woolworths betrügerische Marketingpraktiken anwendete, um Käufer über den tatsächlichen Wert von Preisnachlässen in die Irre zu führen.
Laut den dem Gericht vorgelegten Behauptungen des ACCC nutzte Woolworths etwas, das als „Marketingmagie“ bezeichnet wurde, um den wahrgenommenen Wert der im Rahmen seiner Werbekampagne „Prices Dropped“ angebotenen Rabatte künstlich zu erhöhen. Die Regulierungsbehörde argumentiert, dass die Supermarktkette Preisstrategien und Werbebotschaften manipuliert habe, um die Illusion zu erwecken, dass Kunden erhebliche Ersparnisse erhielten, obwohl die Rabatte in Wirklichkeit entweder minimal waren oder die ursprünglichen Preise zuvor künstlich überhöht worden waren. Sollte diese Praxis nachgewiesen werden, würde sie einen Verstoß gegen Verbraucherschutzgesetze darstellen, die eine transparente und ehrliche Preisgestaltung im gesamten Einzelhandel gewährleisten sollen.
Die „Prices Dropped“-Aktion war ein Eckpfeiler der Marketingstrategie von Woolworths und spielte sowohl in der Auslage im Geschäft als auch in Werbekampagnen in ganz Australien eine herausragende Rolle. Die ACCC behauptet, dass Woolworths durch diesen Werbemechanismus irreführendes Verhalten an den Tag gelegt hat, das gegen das australische Verbrauchergesetz verstößt. Konkret wirft die Regulierungsbehörde dem Supermarkt vor, Taktiken wie die Überhöhung von Referenzpreisen oder den Vergleich aktueller Preise mit künstlich hohen vorherigen Preisen anzuwenden, um einen falschen Eindruck von der Höhe und Legitimität des Rabatts zu erwecken.
Quelle: The Guardian


