Unter Trump besteht bei der Weltmeisterschaft das Risiko einer „Sportwäsche“.

Menschenrechtsgruppen warnen davor, dass die Trump-Regierung die Weltmeisterschaft als politisches Instrument nutzen könnte, um Missbräuche zu verschleiern. Fans sind wegen der Proteste und der Polizeiarbeit mit Unsicherheit konfrontiert.
Während sich das prestigeträchtigste Fußballturnier der Welt darauf vorbereitet, diesen Sommer auf amerikanischem Boden zu beginnen, schlagen Menschenrechtsorganisationen Alarm wegen einer ihrer Meinung nach konzertierten Anstrengung der Trump-Regierung, das Ereignis für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Laut mehreren Interessengruppen droht die bevorstehende Weltmeisterschaft zu einer „Goldgrube des Sportwaschens“ zu werden, ein Begriff, der die Praxis beschreibt, hochkarätige Sportveranstaltungen zu nutzen, um von kontroversen Regierungspolitiken und Menschenrechtsbedenken abzulenken oder diese zu legitimieren.
Die Sport and Rights Alliance (SRA), eine Koalition, die prominente Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International vereint, hat offiziell Bedenken hinsichtlich des Ansatzes der Regierung bei der Ausrichtung des Turniers geäußert. Diese Gruppen argumentieren, dass die Regierung die weltweite Sichtbarkeit der Fußballweltmeisterschaft strategisch nutzt, um schwerwiegende Vorwürfe staatlicher Missbräuche und Verletzungen grundlegender Menschenrechte zu verschleiern. Der Zeitpunkt des Turniers hat in Verbindung mit dem aktuellen politischen Klima etwas geschaffen, das Interessengruppen als perfekten Sturm für die ungeahnte Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen betrachten.
Eines der dringendsten Anliegen betrifft die Rolle der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) während des Turniers. Es wird erwartet, dass die Präsidentin des Internationalen Fußballverbandes (Fifa), Lise Klaveness, diese Bedenken offiziell bei den FIFA-Funktionären zum Ausdruck bringt und auf konkrete Zusagen zum Schutz aller Personen innerhalb der US-Grenzen während der Veranstaltung drängt. Die Unsicherheit hinsichtlich der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen während des Turniers hat bei internationalen Fans und inländischen Einwanderergemeinschaften gleichermaßen große Besorgnis hervorgerufen.
Fangruppen haben ihre tiefe Frustration über die Unklarheit darüber zum Ausdruck gebracht, was mit Fans geschieht, die sich während des Turniers kontrovers verhalten oder sich politisch äußern. In offenen Bemerkungen erklärten Vertreter dieser Fanorganisationen, sie hätten „absolut keine Ahnung“, welche Konsequenzen die Teilnehmer haben könnten, wenn sie an nicht genehmigten Protesten teilnehmen oder sich an Aktivitäten beteiligen, die gegen akzeptable Verhaltensregeln verstoßen. Diese Unklarheit in Bezug auf Protestrechte und Polizeiverfahren hat bei vielen internationalen Besuchern die Frage aufgeworfen, ob sie ihre grundlegenden Meinungs- und Versammlungsfreiheiten sicher ausüben können.
Die Überschneidung der ICE-Durchsetzung und der Teilnahme an der Weltmeisterschaft hat ein einzigartiges Problem geschaffen, das dieses Turnier von früheren Iterationen unterscheidet. Im Gegensatz zu Turnieren in anderen Ländern verfügen die Vereinigten Staaten über ein inländisches Einwanderungskontrollsystem, das das ganze Jahr über im Einsatz ist und unter den jüngsten Regierungen immer aggressiver geworden ist. Die Aussicht, dass internationale Reisende während einer Veranstaltung zur Feier der globalen Einheit einer verschärften Einwanderungskontrolle ausgesetzt werden, hat verständlicherweise bei Befürwortern bürgerlicher Freiheiten Besorgnis ausgelöst.
Human Rights Watch und andere teilnehmende Organisationen innerhalb der SRA haben Muster dessen dokumentiert, was sie als übermäßige Polizeiarbeit bei großen Sportveranstaltungen in den Vereinigten Staaten betrachten. Diese historischen Präzedenzfälle geben Anlass zu aktuellen Bedenken darüber, wie die Strafverfolgungsbehörden mit dem massiven Zustrom internationaler Besucher umgehen könnten, der während der Weltmeisterschaft erwartet wird. Die Organisationen fordern, dass explizite Schutzmaßnahmen in den operativen Rahmen des Turniers aufgenommen werden, einschließlich klarer Richtlinien darüber, was zulässige Protestaktivitäten darstellt und welche rechtlichen Garantien auf Demonstranten ausgeweitet werden.


