Der Klimawandel verlängert die Pollensaison in ganz Europa

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die globale Erwärmung die Pollensaison in Großbritannien und Europa seit den 1990er Jahren um ein bis zwei Wochen verlängert hat, was zu einer Verschlimmerung von Allergien führt.
Der Klimawandel verändert den natürlichen Kalender in ganz Europa. Umfangreiche Untersuchungen bestätigen nun, dass sich die Pollensaison in den letzten drei Jahrzehnten erheblich verlängert hat. Eine umfassende Studie, die in The Lancet veröffentlicht wurde, hat alarmierende Beweise dafür erbracht, dass die globale Erwärmung die Pollensaison im Vereinigten Königreich und auf dem europäischen Festland seit den 1990er Jahren bereits um ein bis zwei Wochen verlängert hat. Während dieses Phänomen im Vergleich zu katastrophalen Wetterereignissen wie Überschwemmungen und Waldbränden geringfügig erscheinen mag, betonen Wissenschaftler, dass diese saisonale Verschiebung eine erhebliche Zunahme des kumulativen Leidens darstellt, das jedes Jahr Dutzende Millionen Europäer erleiden.
Die Forschung zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und den verlängerten Blütezyklen allergener Pflanzen auf dem gesamten Kontinent. Da die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe den Planeten weiter erwärmt, hat sich der zeitliche Ablauf des jährlichen Pflanzenreproduktionszyklus in der Natur grundlegend verschoben. Der Frühling kommt in vielen Regionen nun früher und löst damit eine frühere Pollenfreisetzung aus, während sich der Herbst weiter in den traditionell Winter hinein erstreckt und die Jahreszeit verlängert, in der Millionen von Menschen allergische Reaktionen erleben. Dieser längere Zeitraum bedeutet, dass Personen, die an saisonalen Allergien leiden, das ganze Jahr über längere Zeit mit juckenden Augen, laufender Nase und Atemwegsbeschwerden zu kämpfen haben.
Die Auswirkungen dieser verlängerten Pollensaison gehen weit über bloße Unannehmlichkeiten hinaus. Mediziner warnen davor, dass eine längere Pollenexposition bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern, die Prävalenz neuer Allergien in anfälligen Bevölkerungsgruppen erhöhen und die Gesundheitssysteme, die bereits mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen, zusätzlich belasten kann. Das Forschungsteam hinter dieser Studie betont, dass einzelne Symptome zwar trivial erscheinen mögen, die gesamte Gesundheitsbelastung der gesamten europäischen Bevölkerung jedoch eine erhebliche Krise der öffentlichen Gesundheit darstellt, die in den Diskussionen über den Klimawandel weitgehend übersehen wird.

