Expats sitzen im Ausland fest, da die Kosten im Inland steigen

Viele Amerikaner, die im Ausland leben, um Geld zu sparen, empfinden die Rückkehr nach Hause aufgrund steigender Kosten mittlerweile als zu teuer. Sie stehen vor schwierigen Entscheidungen, da ihr Leben im Ausland nicht mehr tragbar ist.
Nino Trentinella hat sich in Tiflis, Georgien, ein komfortables neues Leben aufgebaut, wo sie sich Luxus wie eine Haushälterin und regelmäßige Mahlzeiten in Restaurants leisten kann. Allerdings steht die 36-jährige ehemalige New Yorkerin nun vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wo die Lebenshaltungskosten in die Höhe geschossen sind, oder im Ausland bleiben, wo ihre Lebensqualität zwar höher, aber zunehmend unsicherer ist?
Die Situation von Trentinella ist nicht einzigartig. Überall auf der Welt befinden sich immer mehr Amerikaner, die ins Ausland gezogen sind, um den hohen Kosten zu Hause zu entgehen, in einer schwierigen Lage. Genau die Faktoren, die sie ursprünglich ins Ausland zogen – niedrigere Lebenshaltungskosten, mehr verfügbares Einkommen und ein besserer Lebensstandard – verschwinden schnell, da die Inflation und ein stärkerer US-Dollar ihre finanziellen Vorteile untergraben.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in dieser Position sein würde“, sagte Trentinella. „Ich bin hierher gekommen, um bequemer zu leben, aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich es mir leisten kann, zurückzukommen.“ Ihre monatliche Miete in Tiflis beträgt nur 500 Dollar, ein Bruchteil dessen, was sie in New York City zahlen würde. Aber die Kosten für Flüge, Gesundheitsversorgung und andere lebenswichtige Dinge zu Hause sind unerschwinglich geworden.
Das Dilemma, mit dem Trentinella und andere Expats konfrontiert sind, ist eine krasse Umkehrung des typischen Narrativs, in dem Amerikaner nach Möglichkeiten im Ausland suchen, um ihre finanzielle Lage zu verbessern. Ökonomen sagen, dass das Phänomen die schnellen wirtschaftlichen Veränderungen widerspiegelt, die den Globus erfassen, da die Erholung nach der Pandemie und geopolitische Spannungen die Preise weltweit in die Höhe treiben.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}„Die Lebenshaltungskostenkrise hat überall zugeschlagen, aber die Auswirkungen auf im Ausland lebende Amerikaner sind besonders akut“, sagte Sara Signorelli, Forscherin am Center for Global Development. „Ihre Kaufkraft schwindet und für viele wird es immer schwieriger, ihre Lebensqualität aufrechtzuerhalten.“
Für Trentinella wird die Entscheidung, nach Hause zurückzukehren, noch dadurch erschwert, dass ihre älteren Eltern immer noch in den USA leben. Sie befürchtet, dass sie es sich bei ihrer Rückkehr möglicherweise nicht mehr leisten kann, sich um sie zu kümmern. „Ich stecke wirklich in der Zwickmühle fest“, sagte sie.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Besonders herausfordernd ist die Situation für Rentner, die im Ausland leben und über ein festes Einkommen verfügen. Marjorie Harding, eine 82-jährige ehemalige Lehrerin, die ihre Zeit zwischen den USA und Costa Rica verbrachte, sagte, sie könne es sich nicht mehr leisten, ihren Doppelwohnsitz aufrechtzuerhalten. „Die Kosten sind einfach zu hoch geworden“, sagte sie. „Ich muss mir einen Ort aussuchen und dort bleiben.“
Während sich die Wirtschaftslandschaft weiter verändert, müssen sich Expats wie Trentinella und Harding mit schwierigen Entscheidungen auseinandersetzen, die tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Leben haben werden. Der Traum, im Ausland zu leben, könnte für einige zu einem Albtraum werden, da die globale Lebenshaltungskostenkrise sie dazu zwingt, ihre Abenteuer im Ausland zu überdenken.
Quelle: The New York Times


