Frankreichs letzte gefangene Orcas stehen vor einer ungewissen Zukunft

Keijo und seine Mutter bleiben in französischer Gefangenschaft. Experten streiten darüber, ob diese in Gefangenschaft geborenen Orcas in freier Wildbahn überleben können.
Das Schicksal der letzten beiden in Gefangenschaft lebenden Orcas in Frankreich ist ungewiss, da sich Tierschützer, Meeresbiologen und Parkbeamte mit schwierigen Fragen über ihre Zukunft auseinandersetzen. Keijo, ein Orca, der in Gefangenschaft im Marineland-Park in Frankreich geboren wurde, ist einer der letzten verbliebenen Wale, die in europäischen Themenparks leben. Seine Anwesenheit in der Einrichtung zusammen mit seiner Mutter, die ebenfalls in Gefangenschaft geboren wurde, wirft tiefgreifende Fragen über die Ethik der Gefangenhaltung von Meeressäugern und die praktischen Herausforderungen der Rehabilitation und Freilassung auf.
Die Situation im Marineland ist in den letzten Jahren immer umstrittener geworden, da sich die öffentliche Meinung dramatisch gegen die Praxis, große Meeressäugetiere auf engstem Raum zu halten, verändert hat. In Gefangenschaft gehaltene Orca-Populationen sind in ganz Europa aufgrund weit verbreiteter Kampagnen von Tierrechtsorganisationen und sich ändernder Vorschriften für den Betrieb von Meeresparks erheblich zurückgegangen. Frankreich selbst ist zu strengeren Richtlinien zur Einschränkung solcher Einrichtungen übergegangen, doch diese beiden Individuen bleiben bestehen und verkörpern das komplexe Erbe vergangener Jahrzehnte, als solche fesselnden Darbietungen als akzeptable Unterhaltung galten.
Keijos Fall ist besonders kompliziert, da er und seine Mutter im Gegensatz zu wild gefangenen Orcas, die möglicherweise noch ein gewisses instinktives Wissen über das Überleben im Meer haben, nie ein Leben außerhalb der Betonmauern und der kontrollierten Umgebung ihres Geheges erlebt haben. Dieser grundlegende Nachteil wirft kritische Fragen hinsichtlich ihrer Fähigkeit auf, zu gedeihen, falls sie jemals in den Atlantischen Ozean entlassen werden. Meeresbiologen, die sich auf das Verhalten von Walen spezialisiert haben haben ernsthafte Bedenken darüber geäußert, ob vollständig in Gefangenschaft geborene und aufgewachsene Personen über die notwendigen Überlebensinstinkte und sozialen Kenntnisse verfügen, die erforderlich sind, um die komplexen Herausforderungen des Meereslebens zu meistern.
Quelle: The New York Times


