Kenia nutzte israelische Technologie, um das Telefon eines Aktivisten zu hacken

Citizen Lab enthüllt, dass kenianische Behörden bei der umstrittenen Festnahme Cellebrite-Software eingesetzt haben, um das Gerät des prodemokratischen Aktivisten Boniface Mwangi zu knacken.
Ein vernichtender neuer Bericht der Aufsichtsbehörde für digitale Rechte Citizen Lab hat aufgedeckt, wie kenianische Behörden angeblich hochentwickelte israelische Technologie genutzt haben, um in die persönlichen Kommunikationen eines prominenten prodemokratischen Aktivisten einzudringen. Die Untersuchung zeigt, dass Cellebrite-Software, entwickelt von der israelischen Digital-Intelligence-Firma, Berichten zufolge eingesetzt wurde, um in das Mobilgerät von Boniface Mwangi einzudringen, während er nach seiner umstrittenen Verhaftung im Juli 2024 in Regierungsgewahrsam blieb.
Boniface Mwangi, ein furchtloser Verfechter demokratischer Reformen, der seine Absicht angekündigt hat, sich bei den Wahlen 2027 um die Präsidentschaft Kenias zu bewerben, entdeckte die Sicherheitslücke, als die Behörden seine beschlagnahmten Geräte zurückgaben Geräte. Der Aktivist erkannte sofort, dass mit seinem persönlichen Smartphone etwas grundsätzlich nicht stimmte – auf das Gerät, für das früher eine Passwortauthentifizierung erforderlich war, konnte plötzlich ohne jegliche Sicherheitszugangsdaten zugegriffen werden.
Das kompromittierte Gerät enthielt eine umfangreiche Sammlung privater Kommunikation mit vertrauenswürdigen Freunden, politischen Mentoren und Mitaktivisten sowie intime Familienfotos seiner Frau und seiner Kinder. Für Mwangi, der zuvor dokumentiert hat, dass er systematischer Belästigung, Einschüchterung und sogar Folter durch kenianische Sicherheitskräfte ausgesetzt war, löste die Erkenntnis, dass seine persönlichsten digitalen Inhalte nun für Regierungsmitarbeiter zugänglich sein könnten, ein überwältigendes Gefühl der Verletzlichkeit und Gefährdung aus.
Quelle: The Guardian


