Sexuelle Belästigung an britischen Eliteuniversitäten doppelt so hoch

Die Analyse zeigt, dass 35 % der Studierenden an den besten Universitäten Englands sexuelle Belästigung erfahren, im Vergleich zu 17 % an Einrichtungen mit niedrigeren Tarifen. Neue Daten geben Anlass zur Sorge.
Eine umfassende Analyse der Erfahrungen von Studenten im gesamten Hochschulsektor Englands hat eine besorgniserregende Diskrepanz bei den sexuellen Belästigungsraten zwischen den Institutionen auf der Grundlage ihrer akademischen Zulassungsvoraussetzungen ergeben. Die Ergebnisse zeichnen ein besorgniserregendes Bild der Campussicherheit und des Wohlergehens der Studenten an den renommiertesten Universitäten des Landes, wobei Studenten an Elite-Universitäten mehr als doppelt so häufig Belästigungen ausgesetzt sind wie an weniger selektiven Schulen.
Die Daten, die aus einer groß angelegten landesweiten Umfrage unter Studenten im Grundstudium stammen, zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen institutioneller Selektivität und der Häufigkeit sexueller Belästigung. Studierende von Universitäten, die als „Hochtarif“-Universitäten eingestuft sind – also solche, die die höchsten Abiturnoten und die wettbewerbsfähigsten Zulassungsstandards verlangen – gaben an, mit einer Quote von 35 % sexuelle Belästigung erlebt zu haben. Diese starke Zahl steht in krassem Gegensatz zu den Erfahrungen von Studierenden an Einrichtungen, die die niedrigsten Einstiegsnoten verlangen, wo etwas mehr als 17 % über ähnliche Erfahrungen berichteten. Studierende an Universitäten mit „mittlerem Tarif“ liegen zwischen diesen Extremen, wobei 26 % von Belästigungen berichten.
Die Analyse wirft wichtige Fragen darüber auf, welche Faktoren zu diesen erheblichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Universitätsebenen beitragen könnten. Forscher und Befürworter des Studentenwohls untersuchen, ob Unterschiede in den Meldemechanismen, der institutionellen Kultur, der Studentendemografie oder der Durchsetzung von Richtlinien die erheblichen Lücken in den Daten erklären könnten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Englands Spitzenuniversitäten trotz ihres guten Rufs und ihrer Ressourcen möglicherweise vor besonderen Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, unangemessenes Verhalten zu bekämpfen und ein sicheres Umfeld für ihre Studierenden zu schaffen.


