Spencer Pratts „Super Meth“-Angst: Fakt oder Fiktion?

Der Kandidat für den Bürgermeister von LA, Spencer Pratt, wirbt im Wahlkampf für „Super-Meth“-Ängste. Experten entlarven Behauptungen als Drogenkriegspropaganda ohne wissenschaftliche Grundlage.
Spencer Pratt, die polarisierende ehemalige Reality-TV-Persönlichkeit und spätere Bürgermeisterkandidatin von Los Angeles, hat mit einer Kampagne, in deren Mittelpunkt Warnungen vor einer angeblich hochwirksamen Droge namens „Super Meth“ stehen, für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige Star der MTV-Serie „The Hills“ nutzte die angebliche Substanz als zentrales Gesprächsthema bei seiner Bewerbung um das Rathaus und schürte damit öffentliche Angst und Besorgnis bei den Wählern, die über die anhaltende Drogenkrise in der Stadt besorgt sind. Allerdings haben Drogenpolitikexperten und Strafverfolgungsbeamte ernsthafte Fragen darüber aufgeworfen, ob diese gefährliche neue Substanz tatsächlich existiert oder ob sie nichts anderes als moderne Drogenkriegspropaganda darstellt, die darauf abzielt, politische Aufmerksamkeit zu erregen.
Pratts Kampagnenbotschaften konzentrierten sich stark auf die existenzielle Bedrohung, die von dieser angeblich verstärkten Version von Methamphetamin ausgeht, und behaupteten, sie stelle eine neue Grenze in der Drogenepidemie dar, die Los Angeles heimsucht. Die ehemalige Fernsehpersönlichkeit nutzte Social-Media-Plattformen und Kampagnenveranstaltungen, um diese Warnungen zu verstärken, und zeichnete das düstere Bild einer Stadt, die von einer noch zerstörerischeren Droge als herkömmlichem Methamphetamin belagert wird. Seine Wahlkampfstrategie scheint darauf ausgelegt zu sein, die echten Ängste der Wähler vor Drogenmissbrauch und seinen sichtbaren Auswirkungen auf die Straßen, Gehwege und Gemeinden der Stadt anzusprechen. Indem er sich als Kandidat positionierte, der bereit war, sich dieser aufkommenden Bedrohung direkt zu stellen, versuchte Pratt, sich in einem überfüllten Rennen um die Bürgermeister hervorzuheben.
Trotz Pratts lautstarkem Eintreten für diese angebliche Drogenbedrohung haben legitime Drogenpolitikexperten kaum oder gar keine glaubwürdigen Beweise für die Existenz von „Super Meth“ als eigenständiger und deutlich wirksamerer Drogenkategorie gefunden. Diese Spezialisten weisen darauf hin, dass die Herstellungsmethoden, die chemische Zusammensetzung und die Wirksamkeit von Methamphetamin relativ konsistent geblieben sind und Variationen auf natürlichem Wege auf der Grundlage von Synthesetechniken statt einer revolutionären neuen Formulierung auftreten. Die Behauptungen scheinen ähnliche Muster früherer Jahrzehnte widerzuspiegeln, als verschiedene unbegründete Drogenängste die amerikanische Politik und Medien erfassten und Angst und politische Reaktionen hervorriefen, die auf Fehlinformationen und nicht auf empirischen Beweisen beruhten.
Quelle: Wired


