Stanford Economist: Tech-Milliardäre bedrohen die Demokratie

Mordecai Kurz argumentiert, dass die Oligarchen im Silicon Valley ihre Macht konzentrieren und demokratische Institutionen untergraben. Sein neues Buch zeigt, wie Technologiemonopole das Goldene Zeitalter widerspiegeln.
Mordecai Kurz, ein bekannter Ökonom an der Stanford University, präsentiert eine ernüchternde Analyse darüber, wie die heutigen Technologie-Milliardäre das Machtgleichgewicht in der amerikanischen Demokratie grundlegend verändern. In seinem kommenden Buch „Private Power and Democracy's Decline“, das am 19. Mai erscheinen soll, dokumentiert Kurz akribisch, wie Tech-Oligarchen beispiellosen kulturellen und technologischen Einfluss bündeln und so eine, wie er es nennt, ungewöhnlich aggressive Form der Machtkonsolidierung schaffen. Seine Forschung, die in akademischen und politischen Kreisen große Aufmerksamkeit erregt hat, stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Monopolmacht und den wachsenden Kluften in der politischen und wirtschaftlichen Ungleichheit her, die die heutige amerikanische Gesellschaft charakterisieren.
Die Arbeit des Stanford-Ökonomen zieht auffällige Parallelen zwischen der aktuellen Technologielandschaft und dem ersten Goldenen Zeitalter des späten 19. Jahrhunderts, als Industriemagnaten den amerikanischen Handel und die Politik dominierten. Kurz argumentiert, dass die Vereinigten Staaten ein historisches Muster wiederholen, das seit Beginn der Industrialisierung immer wieder aufgetreten ist: die Konzentration der technologischen Macht in den Händen einiger weniger Privilegierter, was unweigerlich demokratische Institutionen und Prinzipien untergräbt. Seiner Forschung zufolge stellt dieses zyklische Phänomen eine grundlegende Bedrohung für die Stabilität und Integrität der demokratischen Regierungsführung dar, insbesondere da technologische Systeme immer wichtiger für Bürgerbeteiligung, Informationsverteilung und wirtschaftliche Chancen werden.
Im Mittelpunkt von Kurz‘ These steht seine Beobachtung, dass Technologiemogule eine bestimmte Weltanschauung besitzen, die sie von anderen wohlhabenden Eliten unterscheidet. Diese Milliardäre, so behauptet er, betrachten sich seit langem als von Natur aus überlegene Wesen, deren inhärente Aufgabe darin besteht, die Gesellschaft gemäß ihrer Vision und ihren Werten zu gestalten. Diese Selbstwahrnehmung führt zu einer beunruhigenden Bereitschaft, die etablierten Institutionen der Demokratie zu stören und zu umgehen, die viele Technologieführer eher als Hindernisse für den Fortschritt denn als wesentliche Garantien für die individuelle Freiheit betrachten. Ihre Überzeugung, dass sie allein über die Weisheit und Fähigkeit verfügen, die gesellschaftliche Entwicklung zu steuern, führt zu einem gefährlichen Ungleichgewicht, bei dem demokratische Zwänge konzentrierter Macht als Innovationshindernisse und nicht als notwendige Autoritätskontrollen angesehen werden.


