Urteil des Obersten Gerichtshofs untergräbt Trumps Handelskrieg: Globale Auswirkungen

NPR untersucht, wie andere Länder die Zurechtweisung von Trumps Zollpolitik durch den Obersten Gerichtshof sehen könnten und was dies für die Zukunft der US-Handelsverhandlungen bedeutet.
Die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die Möglichkeiten von Präsident Trump, Zölle zu erheben, einzuschränken, hat Schockwellen in der globalen Handelslandschaft ausgelöst. Steve Inskeep von NPR setzte sich mit dem ehemaligen US-Handelsbeauftragten Mike Froman zusammen, um zu besprechen, wie sich dieses bahnbrechende Urteil auf Amerikas Ansehen auf der Weltbühne auswirken und künftige Handelsverhandlungen prägen könnte.
Der Fall drehte sich um Trumps Verwendung eines wenig bekannten Gesetzes aus dem Jahr 1962, das dem Präsidenten weitreichende Befugnisse zur Anpassung von Zöllen aus Gründen der nationalen Sicherheit einräumt. Das Gericht entschied, dass dieses Gesetz dem Präsidenten keine unkontrollierte Macht verschafft und damit der protektionistischen Politik der Regierung einen Schlag versetzt.
Laut Froman wird diese Entscheidung von US-Handelspartnern, die sich schon lange unter der Unvorhersehbarkeit und Einseitigkeit von Trumps Handelskriegen geärgert haben, wahrscheinlich als positive Entwicklung gewertet. „Es ist ein Signal, dass die handelspolitischen Befugnisse des Präsidenten begrenzt sind“, erklärte er. „Andere Länder werden dies als eine Bestätigung der Rechtsstaatlichkeit und der Rolle der Justiz bei der Kontrolle der Exekutivgewalt sehen.“
Das Urteil könnte es für die USA auch schwieriger machen, in künftigen Handelsverhandlungen Zugeständnisse von anderen Nationen zu erzwingen. „Es verringert den Einfluss, den die USA haben“, bemerkte Froman. „Andere Länder könnten sich jetzt ermutigt fühlen, ihren Standpunkt zu behaupten, da sie wissen, dass die Drohung des Präsidenten mit einseitigen Zöllen eingeschränkt wurde.“
Darüber hinaus könnte die Entscheidung andere Länder dazu ermutigen, rechtliche Anfechtungen der US-Handelsmaßnahmen zu verfolgen, was möglicherweise zu einer Zunahme von Handelsstreitigkeiten bei der Welthandelsorganisation (WTO) und anderen internationalen Foren führen könnte. Froman warnte davor, dass dies „die Glaubwürdigkeit der USA als verlässlichen Handelspartner untergraben“ und es für Washington schwieriger machen könnte, weltweite Unterstützung für seine wirtschaftlichen Prioritäten zu gewinnen.
Letztendlich ist das Urteil des Obersten Gerichtshofs eine deutliche Erinnerung daran, dass die Macht des Präsidenten über die Handelspolitik nicht absolut ist. Während die Welt genau hinschaut, könnten die Auswirkungen dieser Entscheidung noch viele Jahre lang Auswirkungen auf die globale Wirtschaftslandschaft haben.
Quelle: NPR


