Lagerkrise in Syrien: Australien wird aufgefordert, gefangene Bürger zu retten

Helfer warnen vor schlimmen Bedingungen, da 34 australische Frauen und Kinder im heruntergekommenen Roj-Lager in Syrien nächtlichen Razzien und gewalttätigen Schlägen ausgesetzt sind.
Internationale humanitäre Organisationen verstärken den Druck auf die australische Regierung, 34 Bürger, die derzeit unter sich verschlechternden Bedingungen im Roj Internierungslager im Nordosten Syriens festgehalten werden, unverzüglich zurückzuführen. Helfer beschreiben die Situation als immer schlimmer, da fast nächtliche Sicherheitsrazzien und eskalierende Gewalt zu Situationen führen, die ihrer Meinung nach gefährlicher sind, als dies bei einer Rückführung der Fall wäre. Die Gruppe besteht aus 11 Frauen und 23 Kindern, die Anfang dieser Woche gewaltsam in die Einrichtung zurückgebracht wurden.
Die australischen Staatsbürger, die vorübergehend aus dem Lager umgesiedelt worden waren, wurden am Montag unter Umständen zurück ins Lager Roj gezwungen, die international Kritik hervorgerufen haben. Bei ihrer Rückkehr fanden sie ihre früheren Unterkünfte in völliger Unordnung vor, ihre provisorischen Unterkünfte waren vollständig abgerissen und persönliche Gegenstände wurden von den Lagerbehörden beschlagnahmt. Der früher als „Australia Street“ bekannte Bereich, in dem die Familien eine kleine Gemeinschaft innerhalb der größeren Hafteinrichtung gegründet hatten, existiert nicht mehr.
Berichten zufolge haben die Bedingungen im Lager Krisenniveau erreicht, wobei humanitäre Helfer einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Zwischenfälle und Sicherheitseinsätze dokumentieren. Die syrische Haftanstalt, in der Personen mit mutmaßlichen Verbindungen zu Aktivitäten des Islamischen Staates untergebracht sind, ist zunehmend instabil geworden, da die Sicherheitsbedenken in der Region zunehmen. Familien sind durch ständige Störungen traumatisiert, wobei Kinder besonders von der unsicheren Umgebung und den häufigen nächtlichen Störungen betroffen sind.


