Warum der Rechtspopulismus seine Versprechen immer wieder bricht

Die unerfüllten Versprechen von Trump und Farage machen die Kluft zwischen populistischer Rhetorik und Realität deutlich. So können Gegner aus gebrochenen Versprechen Kapital schlagen.
Die Rhetorik des Rechtspopulismus ist zu einem vertrauten Bestandteil der zeitgenössischen Politik geworden und zeichnet sich durch kühne Behauptungen und umfassende Garantien aus, die bei Wählern, die mit der konventionellen Regierungsführung unzufrieden sind, großen Anklang finden. Wenn populistische Führer Machtpositionen einnehmen, artikulieren sie konsequent eine Vision eines transformativen Wandels, der in krassem Gegensatz zum Inkrementalismus der traditionellen Politik steht. Die Einwanderung über die Grenzen hinweg wird nicht mehr stattfinden. Die staatliche Bürokratie wird flächendeckend abgebaut. Kulturelle und traditionelle Werte werden eine Renaissance erleben. Der nationale Niedergang wird umgekehrt. Die nationale Größe wird triumphal wiederhergestellt. Die internationalen Beziehungen werden grundlegend nach nationalistischen Grundsätzen neu geordnet.
Dies sind monumentale Unternehmungen, die die nachgewiesene Fähigkeit und den politischen Willen der etablierten, konsensorientierten Politiker, die innerhalb etablierter institutioneller Rahmenbedingungen agieren, längst übertroffen haben. Populistische Bewegungen positionieren sich als einzigartig in der Lage, als Reaktion auf jahrzehntelang angesammelte Frustrationen und Beschwerden der Wähler entschlossene Maßnahmen zu ergreifen. Sie verpflichten sich, den bürokratischen Aufwand und die Verfahrensverzögerungen abzubauen, die die moderne Regierungsführung kennzeichnen, und Schwankungen, politische Umkehrungen und unvollständige Initiativen zu vermeiden, die demokratische Systeme chronisch untergraben. Der populistischen Ideologie zufolge kann das Regieren in etwas Geradliniges, Hocheffizientes und wirklich Transformierendes gestrafft werden – und nicht in den ständig komplizierten und enttäuschend bescheidenen Prozess, zu dem es normalerweise wird.
Die historischen Aufzeichnungen zeigen jedoch ein konsistentes Muster der Divergenz zwischen diesen großen Versprechen und den tatsächlichen Ergebnissen der Regierungsführung. Wenn man die Entwicklung populistischer Führer von Trump bis Farage untersucht, taucht ein bekanntes Narrativ auf: Ehrgeizige Proklamationen weichen der chaotischen Realität institutioneller Zwänge, wirtschaftlicher Beschränkungen und politischer Opposition. Die Kluft zwischen Wahlkampfrhetorik und administrativer Realität hat sich erheblich vergrößert, sodass Millionen von Unterstützern mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert werden, dass populistische Versprechen, so aufwühlend sie auch sein mögen, sich oft als grundlegend im Widerspruch zum Machbaren erweisen.
Quelle: The Guardian

